GDC: Cloud-Game-Provider Gaikai fordert Onlive heraus
Das Startup-Unternehmen geht mit seinem Streaming-Service in einen offenen Betatest. Auch in Deutschland sind Gaikais Cloud-Spiele empfangbar.
Der Cloud-Gaming-Dienst Gaikai hat nach langen Vorankündigungen seinen öffentlichen Beta-Test aufgenommen. Interessierte können sich auf der Webseite anmelden. Gaikai betreibt grafisch anspruchsvolle Spiele auf Server-Clustern und streamt die Inhalte über einen Flash-Client auf Browser. Nach Anmeldung können bis zu 20 PC- und Konsolentitel online kostenlos gespielt werden. Zu den frühen Unterstützern gehört Spiele-Publisher Electronic Arts. Selbst Titel wie Mass Effect 2, Dead Space 2 und Spore sollen verzögerungsfrei mit bis zu 60 fps laufen.
Das US-Unternehmen ist derzeit in zwölf Ländern erreichbar. Die europäischen Server stehen in Frankfurt am Main. Getreu dem Motto: Lieber keine Erfahrung als eine schlechte Erfahrung prüft Gaikai bei der Anmeldung die Geschwindigkeit der Internet-Verbindung und gibt den Anschluss nur frei, wenn er schnell genug ist.
Zunächst konzentriert sich Gaikai auf kostenlose Demos, die auf Webseiten eingebunden werden und auf Knopfdruck ohne Wartezeit gestartet werden können. Gaikai-Chef David Perry begründete die Entscheidung auf der Game Developer Conference (GDC) in San Francisco damit, dass man erst sicherstellen wolle, den Service zuverlässig anbieten zu können, bevor man von Kunden Geld verlange. Laut Perry befindet sich ein iPad-Client in der Entwicklung, man müsse jedoch noch das Eingabeinterface für Touch-Screens genauer ausarbeiten, bislang würden lediglich die Bewegungen eines Mauszeigers auf Fingerdruck emuliert.
Konkurrent Onlive bietet indessen sein Angebot bislang nur in den USA an. Für eine Flatrate von zehn Dollar sind 38 Titel spielbar. Insgesamt hat der Dienstleister bisher 75 Spiele freigegeben. Ein Start in Europa ist in diesem Jahr geplant. Dann sollen auch nicht-englische Sprachversionen unterstützt werden. Im Unterschied zu Gaikai muss für den Onlive-Service lokal ein Client installiert werden. Außerdem bietet die Firma eine Settop-Box zum Anschluss an den Fernseher an. Die Technik ist seit kurzem auch in TV-Geräte von Vizio integriert, die in Nordamerika verkauft werden. Für Apples iPad existiert eine App, mit der man kleine Videoclips aus den Partien anderer Spieler betrachten kann. Als erstes Tablet soll das Flyer von HTC einen voll funktionsfähigen Client mitbringen. Eine allgemeine Unterstützung für andere Android-Geräte soll im Laufe des Jahres folgen.
Ebenfalls im Lauf des Jahres soll ein SDK erscheinen, das die Portierung von iOS- und Android-Spielen erlaubt, mit voller Unterstützung der APIs für Touch-Eingabe und Multitouch-Gesten. Einen genauen Termin nannte Onlive noch nicht. (hag)