Bericht: Sanyo bereitet Verkauf der Mobilfunksparte vor
Nach der Chipsparte will sich der angeschlagene Elektronikkonzern nun auch von seinem Handygeschäft trennen, das immerhin für 16 Prozent des Konzernumsatzes sorgte.
Der angeschlagene Elektronikkonzern Sanyo setzt seine Restrukturierungsbemühungen mit tiefen Einschnitten im Stammgeschäft fort. Wie die japanische Zeitung Nihon Keizai Shimbun in ihrer heutigen Ausgabe berichtet, bereitet das Unternehmen nun auch die Trennung von seiner Mobilfunksparte vor. Schon zu Beginn des kommenden Geschäftsjahres im April könnte der Konzern seine Handyfertigung auslagern und an einen Wettbewerber verkaufen. Die Fabrik in Daito soll geschlossen werden. Das Handygeschäft trägt mit etwa 16 Prozent zum Konzernumsatz bei, geriet auf dem Kernmarkt USA aber zuletzt unter Druck. Es wird erwartet, das Sanyo die Pläne bei der Vorstellung des Halbjahresergebnisses am morgigen Freitag bekannt geben wird.
Der Konzernumbau ist Teil eines auf drei Jahre angelegten Restrukturierungsplans, der eine Trennung von unprofitablen Tochtergesellschaften, Werksschließungen und den Abbau von 15 Prozent der Arbeitsplätze vorsieht. Zuvor hatte Sanyo bereits den Verkauf der Halbleitersparte angekündigt und andere Geschäftsbereiche wie das TV-Geschäft neu geordnet. Auch die Digitalkamerasparte soll umstrukturiert und die Herstellung von Japan und Südkorea nach Vietnam, Indonesien und China verlagert werden. Wie die Zeitung weiter schreibt, dürfte der Elektronikkonzern sein Geschäft in Zukunft auf Bereiche wie industrielle Klimatechnik oder Battereien konzentrieren.
Mit den einschneidenden Veränderungen reagiert Sanyo auf die Milliardenverluste der vergangenen Geschäftsjahre. Der Restrukturierungsplan soll das Unternehmen bis März 2008 mit unter dem Strich 62 Milliarden Yen (410 Millionen Euro) wieder deutlich in die Gewinnzone führen. Bisher hatte Sanyo für das bis Ende März 2007 laufende Geschäftsjahr einen Gewinn von 20 Milliarden Yen (132 Millionen Euro) prognostiziert. Laut Nihon Keizai wird nun allerdings erneut ein Verlust von 50 Milliarden Yen (330 Millionen Euro) erwartet. An der Tokioter Börse machte der Kurs des Sanyo-Papiers nach dieser schlechten Nachricht einen Satz um 13 Prozent nach unten. (vbr)