Wenn nicht jetzt, wann sonst?
Die Energieindustrie hat die Menschheit mit angeblichen Sachzwängen lange genug zum Narren gehalten. Nun ist die Zeit gekommen, endlich auf die Erneuerbaren umzusteigen.
Die Energieindustrie hat die Menschheit mit angeblichen Sachzwängen lange genug zum Narren gehalten. Nun ist die Zeit gekommen, endlich auf die Erneuerbaren umzusteigen.
Ich will gar nicht davon anfangen, was derzeit in Japan abläuft. Die Situation ist, wie sie ist - und wir können nur hoffen und beten, dass es nicht noch schlimmer komt. Was mich persönlich jedoch unglaublich ärgert, sind die anfänglichen Reaktionen auch unserer Regierung.
Am Wochenende wollte sich Umweltminister Nobert Röttgen beispielsweise nicht dazu äußern, was in Deutschland in direkter Konsequenz auf die Tragödie in Japan geschehen sollte. Das Thema dürfe zunächst nicht politisiert werden, hieß es. Angela Merkel lässt zwischendurch den Ausstieg vom Ausstieg "pausieren", als ob das irgendeine mehr als symbolische Bedeutung hätte.
Parallel wird weiter von der Nukleartechnik als "Brückentechnologie" gefaselt, während Programme, die alternative Energien fördern könnten, beschnitten werden sollen, um Bürger und Energiekonzerne nicht "übermäßig zu belasten".
(Ich werde jetzt auch nicht darüber diskutieren, wie sinnvoll die hiesigen Solar- und Windsubventionen in ihrer derzeitigen Konfiguration sind. Das Geld, das in diesem unseren Lande in Atomenergie geflossen ist und noch fließen wird - Stichwort Dekontamination von Altanlagen - wird dies um Längen übersteigen.)
Was wir jetzt weltweit starten mĂĽssen, ist ein Projekt vom AusmaĂź eines Mondprogramms. Wir mĂĽssen weg vom Atom und gleichzeitig weg von fossilen Brennstoffen. Wir mĂĽssen uns Regionen ansehen, wo das schon heute funktioniert und uns endlich klarmachen, dass es realistisch ist, ein solches Projekt in wenigen Jahren zu verwirklichen, wenn wir es nur wollen.
Aus der Tragödie könnte auf diese Art etwas entstehen, was den Opfern würdig ist: Wirklicher Fortschritt.
Also: Wir müssen Gelder bereitstellen, die jetzt noch in Energieträger fließen, die glasklar keine Zukunft mehr haben. Wir müssen aufhören, uns an irgendwelche Brücken zu klammern, die uns, wie wir in Japan sehen, jederzeit wegbrechen können - und das unter unsagbaren Gefahren für Leib und Leben abertausender Menschen.
Mir fällt dazu nur ein Zitat von Hillel dem Älteren ein, das mir persönlich sehr am Herzen liegt. Es lautet: "Wenn ich nicht für mich bin, wer ist dann für mich? Solange ich aber nur für mich selber bin, was bin ich? Und: Wenn nicht jetzt, wann sonst?" (bsc)