EU legt 45-Millionen-Euro-Programm für Internet-Jugendschutz auf
Mit dem Geld sollen unter anderem Meldestellen finanziert werden, die Berichte über illegale Internet-Inhalte entgegennehmen und an zentrale Stellen weiterleiten.
Der EU-Rat "Telekommunikation" hat das Programm "Mehr Sicherheit im Internet" verabschiedet, mit dem Kinder vor illegalen und schädlichen Inhalten im Internet geschützt werden sollen. Das Vierjahresprogramm (2005 bis 2008) ist mit 45 Millionen Euro ausgestattet und soll auch für andere Medien wie Videos gelten. Das Programm werde sich vor allem an die Endnutzer richten, also an Eltern, Lehrer und Kinder, teilte die für audiovisuelle Medien und die Informationsgesellschaft zuständige Kommissarin Viviane Reding mit.
Mit dem Geld sollen unter anderem Meldestellen finanziert werden, die Berichte über illegale Internet-Inhalte entgegennehmen und an zentrale Stellen weiterleiten, die entsprechende Maßnahmen treffen könnten, heißt es in einer Pressemitteilung. Außerdem soll es Zuschüsse für die Entwicklung von Techniken geben, "die es den Nutzern ermöglichen, den Eingang unerwünschter und schädlicher Inhalte mengenmäßig zu begrenzen beziehungsweise die Wirksamkeit vorhandener Filter zu beurteilen".
Eine EU-weite Eurobarometer-Erhebung zur Internet-Nutzung habe gezeigt, dass Eltern mehr Informationen darüber wünschten, wie sie die Nutzung für ihre Kinder sicher machen können. Viele Eltern seien sich der Risiken nicht bewusst, die ihren Kindern beim Surfen im Internet drohen, und fast 60 Prozent aller europäischen Eltern wüssten nicht, wo sie illegale und schädliche Inhalte melden können.
Nach Zahlen der EU-Erhebung wird das Internet am stärksten von Kindern aus Dänemark, den Niederlanden und Großbritannien genutzt (je 64 Prozent), danach folgen Schweden (63 Prozent), Finnland (62 Prozent), Estland (60 Prozent) und die Tschechische Republik (58 Prozent). In den beiden griechisch sprechenden Ländern Griechenland (15 Prozent) und Zypern (20 Prozent) wird das Internet hingegen nur sehr selten von Kindern genutzt. Ebenso in der Slowakei (30 Prozent) und in Portugal (31 Prozent). (pmz)