eBay will Händlern entgegenkommen

Während das nicht unumstrittene Tochterunternehmen PayPal auf Erfolgskurs ist, kämpft die Internetauktionsplattform mit stagnierenden Umsätzen. Eine neue Gebührenordnung soll eBay für Händler wieder attraktiver machen.

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Das US-amerikanische Internetauktionshaus plant eine neue Gebührenordnung, um speziell für Händler wieder attraktiver zu werden. So kündigte eBay in den USA an, künftig Händlern bis zu 50 Auktionsangebote im Monat kostenlos zu gewähren – sogar die "Sofort kaufen"-Option soll dabei ohne zusätzliche Gebühren genutzt werden können. Im weiteren Verlauf des Jahres soll unter anderem auch die Berechnungsgrundlage für die Abschlussgebühr einer Auktion neu gestaltet werden. Dabei werden künftig dann auch die Versandkosten einbezogen. Damit will eBay jenen Händlern entgegenkommen, die den Versand ihrer Produkte kostenlos offerieren.

Die Maßnahmen seien Teil des offensiven 3-Jahres-Planes, mit dem CEO John Donahoe die Auktionsplattform wieder auf Wachstumskurs bringen wolle, wie der eBay-Chef kürzlich gegenüber Analysten erklärte. Zwar konnte der Konzern im vergangenen Jahr – insbesondere im Schlussquartal – wieder zulegen, insgesamt habe sich das Wachstum aber deutlich verlangsamt, nach dem immer mehr Käufer zu Online-Handelshäusern wie beispielsweise Amazon abgewandert seien.

Während eBay im Auktionsgeschäft nun also die Konditionen für Händler verbessert, hatte der Konzern vor rund einem Jahr noch die Regeln für Verkäufer erst verschärft. Unter anderem wurde für alle Anbieter mit weniger als 50 Bewertungspunkten verpflichtend, den Bezahldienst PayPal – der gegebenenfalls zusätzliche Gebühren verursacht – zumindest als Option zu offerieren. Unterdessen entwickelt sich das eBay-Tochterunternehmen PayPal zur größten Sparte des Konzerns. Bis 2013 soll der Bezahldienst auf einen Jahresumsatz von rund 7 Milliarden US-Dollar wachsen.

Während hierzulande kürzlich Arnulf Keese den bisherigen PayPal-Geschäftsführer Gregor Bieler abgelöst hat, bleibt der Bezahldienst nicht unumstritten. Zwar sah das Bundeskartellamt – nach eingehender Prüfung des Falls – bisher keine Veranlassung wegen der PayPal-Pflicht auf der Auktionsplattform ein Verfahren zu eröffnen, doch treten regelmäßig neue Beschwerden aus dem Handel auf, die Gepflogenheiten des Bezahldienstes im Umgang mit dessen Nutzern betreffend. Daniel Leffel, CEO des US-amerikanischen eBay-Wettbewerbers Yardsellr und ehemaliger eBay-Mitarbeiter, geht sogar so weit zu behaupten, eBay nutze PayPal gezielt, um seine Verkäufer auszuspionieren. Über die PayPal-Transaktionen verschaffe sich der Konzern Daten zu den Aktivitäten der größten Händler abseits der eBay-Plattform. Diese Informationen nutze eBay dann, um die betreffenden Verkäufer entweder zu belohnen oder zu bestrafen, wie Leffel im Yardsellr-Blog ausführt. Auch sind Leffel zufolge die jetzt angekündigten Vergünstigungen für die größten unter den eBay-Händlern schon längst Gang und Gäbe. (map)