Bei Tiscali steigen Umsatz und Kundenzahl

Die Quartalszahlen liegen laut Tiscali im Plan. Der in mehreren europäischen Staaten aktive Internet-Provider setzt auf das Gechäft mit entbündelten DSL-Zugängen.

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Von
  • Sven-Olaf Suhl

Der italienische Anbieter von Internet-Zugängen Tiscali sieht mit den vorläufigen Zahlen für das zweite Quartal 2005 die eigenen Erwartungen an den Geschäftsverlauf bestätigt. Die Zahl der ADSL-Kunden in den sechs Ländern, in denen Tiscali vertreten ist, wuchs um rund 180.000 und beträgt nun circa 1,38 Millionen -- was einem Zuwachs von 15 Prozent gegenüber dem Vorquartal entspricht. Im zweiten Quartal ist der Umsatz auf rund 178 Millionen Euro geklettert, was einem Zuwachs von 9 Prozent gegenüber dem Vergleichszeitraum im Vorjahr entspricht. Das Umsatzwachstum führt Tiscali fast ausschließlich auf das Geschäft mit DSL-Anschlüssen zurück.

Ende März 2005 hatte Tiscali in Italien, Deutschland, den Niederlanden, Großbritannien und Tschechien insgesamt 5,2 Millionen Internet-Kunden, vier Millionen davon besaßen lediglich einen schmalbandigen Anschluss. In der Vergangenheit hatte Tiscali noch in wesentlich mehr Ländern Internet-Anschlüsse angeboten, sich jedoch aus den dortigen Märkten zurückgezogen und zuletzt Frankreich als nicht mehr zum Kerngeschäft gehörig erklärt. Danach konnte das Unternehmen Ende März 2005 einen Rückgang des Netto-Verlustes verkünden. Den Überschuss vor Steuern, dem Zinsergebnis und den Abschreibungen EBITDA gibt Tiscali für das zweite Quartal 2005 mit rund 19 Millionen Euro an, im zweiten Quartal 2004 lag diese Kennzahl bei 18,1 Millionen Euro.

Im EBITDA des abgelaufenen Quartals sind Marketingkosten enthalten, die das DSL-Geschäft weiter voranbringen sollen. Der Konzern setzt dabei verstärkt auf das Geschäft mit so genannten entbündelten DSL-Zugängen, von denen Tiscali bis Ende März 250.000 geschaltet hatte. Bei der Entbündelung wird die von der Vermittlungsstelle zum Endkunden führende Telekommunikationsleitung, die in vielen Fällen dem Ex-Monopolisten gehört, übernommen und kann dann direkt mit dem Netz eines alternativen Betreibers wie Tiscali verbunden werden. Vor einem Monat hatte der Chef von Tiscali Deutschland angekündigt, in der Bundesrepublik in den Aufbau einer eigenen DSL-Infrastruktur zu investieren. (ssu)