Neues Anzeige- und Bedienkonzept fĂĽr die Mittelkonsole

LCDs haben sich im Automobil etabliert, ihre optische Integration wirkt aber oft grobschlächtig. Conti entwickelt derzeit ein Mittel­konsolen­modul, bei dem das Display und die Bedien­elemente nur bei Bedarf sichtbar werden

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Von
  • Gernot Goppelt
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Babenhausen, 27. März 2011 – LCD-Panels haben im Vergleich zu klassischen Rundinstrumenten zwei große Vorteile: Sie sparen Bautiefe in der Instrumententafel und zeigen beliebige Inhalte an. Als die ersten LCDs in Pkws eingesetzt wurden, war man dennoch darauf bedacht, die klassischen Formen der Instrumente zu bewahren. So sitzt dann zum Beispiel hinter einem Rundinstrument ein viereckiges Display und wird von einer Blende maskiert, damit es eben wie ein gewohntes Rundinstrument aussieht. Seit einigen Jahren gibt es sogar runde Displays, was zunächst baulich nicht ohne Weiteres möglich war aber auch selten erforderlich ist.

Derzeit ist zu beobachten, dass sich immer mehr Hersteller von den klassischen Instrumenten verabschieden, weil die meisten Autofahrer mittlerweile bereit sind, Entwicklungen aus anderen technischen Bereichen auch im Auto zu akzeptieren. Der Nachwuchs, so will es manche Studie wissen, erwartet heute sogar, das aus der Unterhaltungselektronik gewohnte auch im Auto wiederzufinden. Wenn das stimmt, werden sich "Cockpits" im Auto deutlich verändern.

Neues Anzeige- und Bedienkonzept fĂĽr die Mittelkonsole (1 Bilder)

Das Mittelkonsolenmodul von Conti mit LCD, kapazitiven Bedienelementen und RBG-LED-Beleuchtung für die Klimatisierungsregler zeigt nur das an, was man benötigt - und bleibt sonst schwarz.

Ein frisches Beispiel dafür ist ein Anzeige- und Bedienpanel von Continental, das scheinbar alle Vorstellungen davon ignoriert, wie ein Anzeige- oder Bedienelement auszusehen hat. Conti befasst sich in seinen HMI-Labors am Standort Babenhausen seit Jahren mit der Frage, wie die steigende Komplexität in Fahrzeugen noch vernünftig bedient werden kann und welche technischen Möglichkeiten sich dafür aus heutiger Sicht anbieten. In diesem Fall ist dabei eine Art Bedien-Anzeige-Mittelkonsole herausgekommen, welche die ihr zugrundeliegende Technik erfolgreich verbirgt.

Auch in dieser Bedienkonsole sitzt ein Display, in diesem Fall acht Zoll groß. Man sieht es aber nur, wenn etwas es anzuzeigen oder zu bedienen gibt. Dafür verantwortlich ist zum einen eine dunkel eingefärbte Frontblende, in der Anzeige- und Bedienelemente nur bei Bedarf aktiviert werden – und das LCD-Panel in IPS-Technik (In Plane Switching). Diese Paneltechnik bietet zwei Vorteile, die im Auto besonders hilfreich sind: Erstens ist die Darstellung wenig vom Blickwinkel abhängig und zweitens bietet es einen guten Schwarzwert. Wenn es nichts anzuzeigen hat, bleibt das Panel daher unter der Bedienblende unsichtbar und fällt im Mittelkonsolenmodul nicht weiter auf.