Palm korrigiert Gewinnerwartung nach unten
Der Handheld-Pionier leidet unter der Verzögerung des Treo-750-Starts in den USA. Gleichzeitig stellte Palm das neue Modell Treo 680 offiziell vor.
Verzögerungen bei der Zertifizierung des neuen Treo 750v für den US-Markt drücken bei Hersteller Palm auf das Gemüt und erneut auf die Gewinnerwartung. Eigentlich sollte das mit Windows Mobile 5 betriebene Smartphone, das in Europa bereits auf dem Markt ist, noch im laufenden zweiten Quartal des Palm-Geschäftsjahres ausgeliefert werden. Doch gibt es Verzögerungen bei der Abstimmung des neuen Modells auf das Netz eines US-Mobilfunkanbieters, den Palm nicht identifizieren wollte.
Jetzt erwartet der Hersteller den US-Start des Treo 750v erst Anfang des dritten Quartals, das im Palm-Geschäftsjahr am 2. Dezember beginnt. Das schlägt unmittelbar auf die Gewinnerwartung für das laufende Quartal und damit den Aktienkurs durch. Statt wie bisher erwartet 420 bis 450 Millionen US-Dollar Umsatz rechnet Palm nur noch mit Einnahmen zwischen 390 und 395 Millionen US-Dollar. Die Gewinnerwartung korrigierte der Hersteller von ursprünglich 0,15 bis 0,18 auf nur noch 0,10 bis 0,11 US-Dollar. Genaue Zahlen sollen am 19. Dezember bekannt gegeben werden. Die Notierung des Palm-Papiers an der Börse gab im späten Handel um 4,4 Prozent nach.
Die direkte Auswirkung des verschobenen Starts unterstreicht die enorme Bedeutung, die Smartphones angesichts des Abstiegs der PDAs für den Handheld-Pionier haben. Im vorangegangenen Quartal hatte Palm über Absatzprobleme des Treo geklagt und die Erwartungen nach schrauben müssen. Als Ursache gab das Unternehmen den schleppenden Absatz über die Netzbetreiber an, die sich zu selten für die PalmOS-Plattform erwärmen konnten.
Auch der heute vorgestellte neue Treo 680 setzt auf PalmOS und dürfte es damit schwer haben bei den Netzbetreibern; hierzulande ist das Gerät nur im Handel oder über die Palm-Website erhältlich. Der Treo 680 unterscheidet sich – wie bereits gemeldet – außer in der hoffentlich kompletten Übereinstimmung mit der europäischen Verordnung über gefährliche Inhaltsstoffe vor allem optisch von seinem Vorgänger. Insgesamt schlanker, verzichtet das Quad-Band-Smartphone (GSM/GPRS/EDGE) auf eine sichtbare Antenne und kommt mit einer modifizierten QWERTZ-Tastatur, die die Texteingabe erleichtern soll.
Bei den inneren Werten soll vor allem die Telefonfunktion des Multitalents verbessert worden sein; die Navigation durch die Funktionen soll nun besser von der Hand gehen und damit schnelleres Wählen ermöglichen. Wie angekündigt stehen 64 MByte Speicher zur Verfügung, der sich über Smartcards um bis zu 2 GByte erweitern lässt. Das Smartphone Treo 680 kostet 429,00 Euro. (vbr)