T-Com und T-Mobile sollen eigenständig bleiben

Auch Telekom-Aufsichtsratschef Klaus Zumwinkel, Vorstandschef der Deutschen Post, soll ins Visier der Investmentgesellschaft Blackstone geraten sein.

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  • JĂĽrgen Kuri

Der neue Telekom-Chef René Obermann will Mobilfunk und Festnetz als eigenständige Sparten erhalten; auch für die kommenden Jahre sei keine Verschmelzung von T-Com und T-Mobile beabsichtigt, erfuhr dpa-AFX am Montag aus Unternehmenskreisen. Durch eine Fusion könnte die Handlungsfähigkeit blockiert werden, was bei dem harten Wettbewerbsumfeld in Deutschland fatale Folgen haben könnte, hieß es. Branchenexperten hatten dagegen seit längerem ein Zusammengehen von T-Com und T-Mobile gefordert, mit dem Ziel einer besseren Kooperation der Sparten. Die Telekom lehnte einen Kommentar zur Strategie ab.

Obermann will am morgigen Dienstag dem Aufsichtsrat Eckpunkte seiner Strategie vorstellen, auch ein Umbau des Vorstands steht wohl auf seiner Agenda. Geplant ist eine engere Verzahnung der Handy- und Festnetzsäulen. Eine umfassende Änderung der vom früheren Telekom-Chef Kai-Uwe Ricke aufgesetzten Strategie sei nicht geplant, hieß es. Dies sei nicht zu erwarten, da Obermann sein Amt erst vor drei Wochen übernommen habe. Auf der Aufsichtsratssitzung im Februar kommenden Jahres werde Obermann nach derzeitigem Stand weitere Details seiner Strategie präsentieren. Ziel sei es, die Zusammenarbeit von T-Com und T-Mobile zu verbessern. "Dafür müssen die Prozessabläufe vereinheitlicht werden", sagte ein mit dem Verfahren vertrauter Manager gegenüber dpa-AFX.

Die Querelen um die Führungsriege bei der Telekom gehen aber angeblich weiter: Auch der Aufsichtsratsvorsitzende Klaus Zumwinkel, Vorstandschef der Deutschen Post, ist ins Visier der Investmentgesellschaft Blackstone geraten, berichtet die Financial Times Deutschland. Die Auswechslung von Kai-Uwe Ricke als Telekom-Chef im November sei für Blackstone, nach dem Bund der zweitgrößte Einzelaktionär bei der Telekom und im Hintergrund heftig mit Strippenziehen beschäftigt, nur die zweitbeste Lösung gewesen. Mehrere Personen aus dem Umfeld der Gespräche berichteten laut der Zeitung, dass Blackstone sich bei Finanzminister Peer Steinbrück dafür eingesetzt hätten, dass nicht nur Ricke, sondern auch Zumwinkel gehen müssten. Nach einigem Abwägen habe sich die Bundesregierung jedoch gegen eine Auswechslung Zumwinkels entschieden, der bei der US-Inverstmentgesellschaft nunmehr unter verschärfter Beobachtung stehe. (jk)