Solar-Start-up will "Netzparität" erreichen
1366 Technologies hat ein Verfahren entwickelt, das dünne Schichten von Silizium erzeugt, ohne wie derzeit Kristallblöcke aufwändig zu zerschneiden.
Das US-Solar-Unternehmen 1366 Technologies will mit einer neuen Fertigungstechnik Solarenergie näher an den Punkt der Netzparität bringen, berichtet Technology Review in seiner Online-Ausgabe. Bei dem Verfahren werden dünne Schichten von Silizium erzeugt, ohne wie derzeit Kristallblöcke aufwändig zu zerschneiden.
Ein ehrgeiziges Ziel: Denn noch immer ist die Herstellung von Silizium-Solarzellen zu teuer, um Solarstrom auch ohne Subventionen konkurrenzfähig etwa zu Kohlestrom zu machen. Dass dieses Ziel noch ein ganzes Stück entfernt ist, räumt auch Firmengründer Emanuel Sachs ein, der am MIT Professor für Maschinenbau ist. "Um Kohle durch Solarenergie zu ersetzen, ist noch einmal ein ganz anderer Kostensprung nach unten nötig", so Sachs.
1366 Technologies ist jedoch ein Beispiel für den Ehrgeiz einer neuen Generation von Energie-Start-ups in den USA. Sie reden oft und gerne von Technik, die "alles verändert", die die Wirtschaftlichkeit nichtfossiler Energien neu definieren. Viele von ihnen sind im vergangenen Jahrzehnt gegründet worden, als für "Cleantech" – worunter auch Windenergie, Biokraftstoffe und Batterietechnik fallen – plötzlich jede Menge Wagniskapital da war.
Weil all diese neue Technik im Energiesektor jedoch massiv von Subventionen abhing, könne niemand absehen, was mit ihnen in Zeiten einer rigiden Haushaltspolitik passieren werde, sagt UCSD-Forscher David Victor. Angesichts des derzeitigen finanzpolitischen Klimas könnte es am Ende sein, dass die USA zwar ein "Wunder" brauche, um die Energiewende zu schaffen. Dies wäre allerdings mehr politisch und finanziell als technisch.
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(bsc)