SMS-Fahndung verläuft im Sand
Wegen ausgebliebenen Fahndungserfolgen und einer mangelnden Beteiligung der Polizeidienststellen steht das Projekt SMS-Fahndung vor dem Aus.
Das Projekt SMS-Fahndung, welches das Bundesinnenministerium im Februar 2004 lancierte, steht Medienberichten zufolge offenbar vor dem Aus. Die GrĂĽnde fĂĽr das Scheitern sollen in ausgebliebenen Fahndungserfolgen sowie der mangelnden Akzeptanz durch die Polizeidirektionen liegen. Von anfangs 12 beteiligten Dienststellen nehmen nur noch Bochum, LĂĽneburg und Magdeburg an dem Projekt teil.
Mit derzeit 727 registrierten Bürgern zählt Bochum zu den Aktivposten des Fahndungsprojekts, das nach zehneinhalbmonatiger Testphase am 31. Dezember 2004 regulär ausläuft. In diesem Zeitraum führte das Bochumer Polizeipräsidium auf dem SMS-Weg insgesamt neun Fahndungen durch. Im Falle von fünf vermissten Personen und vier Raubstraftaten erreichte die Dienststelle jedoch kein einziger verwertbarer Hinweis. "Die Technik funktionierte zwar einwandfrei, und die Bürger zeigten großes Interesse. Wenn die Fahndung aber nur einen kleinen Personenkreis erreicht, kann sie keinen Erfolg haben", sagte der in Bochum zuständige Projektleiter Frank Nows gegenüber heise online. Sollten sich keine weiteren Polizeidirektionen dem Projekt anschließen, werde auch Bochum keine Insellösung bleiben, stellte Nows klar.
Den Personalaufwand für die von Communova entwickelten Web-Applikation schätzt Nows als gering ein, und auch die Kosten hielten sich mit 7 Cent pro SMS in Grenzen. Bevor der ständig erreichbare Bürger aber erfolgreich in die Fahndung integriert werden könne, müssten sowohl die Akzeptanz als auch die technische Kompetenz noch wachsen, resümiert Nows. Derzeit setzt die Bochumer Polizei das System vor allem zur internen Kommunikation ein. (akr)