Höhere Schutzgebühren für die Marke Linux
Laut australischen Presseberichten haben rund 90 australische Firmen Aufforderungen erhalten zwischen 2000 und 5000 australische Dollar zu bezahlen, wenn sie weiterhin mit dem Namen Linux werben wollen.
Laut australischen Presseberichten haben rund 90 australische Firmen Aufforderungen erhalten zwischen 2000 und 5000 AUS-$ zu bezahlen, wenn sie weiterhin mit dem Namen Linux werben wollen. Laut Jon "Maddog" Hall, CEO von Linux International in den USA, kümmert sich Linux Australia um die Markenrechtsangelegenheiten in Australien und hat auch diese Briefe verschickt. Ähnliche Schreiben könnte es demnächst auch in den USA geben, wo das Linux Mark Institute (LMI) die Markenrechte von Linux wahrnimmt. Die Rechte an dem Namen "Linux" hält seit 1997 Linus Torvalds. Er hat zu deren Verwendung einige Regeln aufgestellt.
Bisher sollten Unternehmen, die die Marke nutzen wollten, eine einmalige Lizenzgebühr von 500 US-Dollar zahlen. Eine Änderung dieser Politik hatte LWN.net bereits im Juni 2005 angekündigt: Lizenznehmer von "Linux" sollen diesen Namen nur noch regional begrenzt in zuvor festgelegten Markennamen für autorisierte Güter und Dienstleistungen nutzen. Statt einer einmaligen Lizenzzahlung sind jährliche Lizenzgebühren fällig. Das LMI behält sich außerdem vor, die Lizenz bei Lizenzverstößen zurückzuziehen.
Auch die Preise steigen laut LWN.net deutlich, auf jährlich 500 bis 5000 Euro für Unternehmen, je nach Umsatz und für jedes einzelne Produkt bzw. jeden einzelnen Dienst. Unternehmen ohne Gewinnerzielungsabsicht sollen maximal 200 US-Dollar zahlen. Laut John Hall hätten die gestiegenen Kosten zur Pflege der Marke "Linux" zu der Preiserhöhung geführt. Die Zahlungsaufforderungen stehen daher zwar im Einklang mit der geänderten Marken-Lizenz-Vergabe – an der Lizenz von Linux selbst, der GNU Public License (GPL), ändert dies nichts –, führen aber dennoch zu Unmut in der Community.
Auf die Frage, wie "Open Source"-Anwälte einerseits gegen Software-Patente kämpfen und andererseits Gebühren für den Namen "Linux" eintreiben könnten, erwiderte John Hall, man könne kein Produkt bauen, das von Patenten geschützt sei, und das dann verkaufen ohne Lizenzgebühren zu entrichten; aber man könne sehr wohl Produkte ohne Benutzung eines geschützten Namens verkaufen: "Man kann offensichtlich nützliche Produkte erstellen und vertreiben, ohne 'Linux' im Produktnamen zu haben. Man denke nur an Debian und Red Hat."
Siehe hierzu auch: (bbe)
- Australische Linux-Entwickler bitten Torvalds in Namensstreit um Beistand
- Streit um Linux-Warenzeichen beigelegt
- Linux-Warenzeichen: Erneuter Streit