Verkauf von Infineons Glasfaser-Geschäft geplatzt
FĂĽr das Scheitern des Verkaufs seiner Glasfasersparte machte Infineon das US-Unternehmen Finisar verantwortlich; Infineon sollte zuletzt 110 Millionen Finisar-Aktien im Wert von rund 200 Millionen Dollar erhalten.
Der Verkauf des Glasfaser-Geschäfts von Infineon an die US-Firma Finisar ist überraschend geplatzt. Der Vertrag werde gekündigt, teilte Infineon mit. Nach letztem Stand hätte Infineon für das Glasfasergeschäft 110 Millionen Finisar-Aktien im Wert von gut 200 Millionen Dollar erhalten sollen.
Für das Scheitern des Verkaufs machte Infineon das US-Unternehmen verantwortlich, denn "insbesondere wegen einer Verzögerung der Abgabe der für die Abstimmung in der Hauptversammlung bei Finisar erforderlichen Unterlagen bei der US-Börsenaufsicht wird nunmehr ein Abschluss der Transaktion nicht vor Ende März 2005 erwartet". Der ursprüngliche Vertrag über den Verkauf der Glasfasersparte sei aber bereits am 29. April 2004 unterzeichnet worden. Zudem habe Finisar erklärt, dass das "Board of Directors wahrscheinlich seine positive Empfehlung der Transaktion gegenüber seinen Aktionären zurückziehen wird".
Nach den im April ausgehandelten Verträgen sollte Infineon für sein Glasfasergeschäft 135 Millionen Finisar-Stammaktien erhalten, Infineon hätte dann 38 Prozent an Finisar gehalten. Im Oktober wurde die Vereinbarung dann bereits einmal überarbeitet: Auf Grund der geschäftlichen Entwicklung der Sparte sollte Infineon nur noch 110 Millionen Finisar-Aktien erhalten; der Anteil von Infineon an Finisar wäre damit auf 33 Prozent geschrumpft.
Die durch das Scheitern des Vereinbarung mit Finisar erlittenen Schäden will Infineon in Deutschland in einem Schiedsverfahren geltend machen. Gleichzeitig will der Halbleiterkonzern "mit der notwendigen Restrukturierung des Geschäfts beginnen sowie seine Kunden weiterhin in vollem Umfang mit Glasfaserprodukten unterstützen", wie es bei Infineon hieß. (jk)