Richard Stallman sieht Diskussion um die Marke "Linux" als nebensächlich an
Der Begründer des GNU-Projekts stört sich ohnehin daran, dass etwas "Linux" genannt wird, hinter dem sich eigentlich "GNU/Linux" verbirgt. Entwickler könnten also durch eine andere Benennung leicht um höhere Schutzgebühren herumkommen.
Die Diskussion um höhere Schutzgebühren für die Marke Linux lenkt vom eigentlichen Thema ab, nämlich von der Freiheit, Software zu ändern und wiederzuvertreiben. Das sagt der Begründer des GNU-Projekts Richard Stallman laut der australischen Tageszeitung Sydney Morning Herald. Er schlägt einen Ausweg vor, wie man um die geänderten Gebühren herumkommen kann: Software-Hersteller sollten "GNU" statt "Linux" benutzen. Er beabsichtige nicht, für die Nutzung dieses Namens Geld zu verlangen.
"Wenn die Leute etwas 'Linux' nennen, ist es meistens das GNU-System mit Linux als Kernel", sagte Stallman laut des Berichts. Darauf habe er früher schon des Öfteren hingewiesen. Stallman selbst bevorzugt die Bezeichnung "GNU/Linux", um auch den Kernel-Entwicklern die Ehre zu erweisen. Falls jemand auf die Idee käme, sein Produkt "GNU dies oder das" zu nennen, sollte er aber vorher mit seinem Projekt Kontakt aufnehmen.
Vor gut einer Woche war bekannt geworden, dass 90 australische Firmen Aufforderungen erhalten haben, zwischen 2000 und 5000 australische Dollar zu bezahlen, wenn sie weiterhin mit dem Namen Linux werben wollen. Bisher sollten Unternehmen, die die Marke nutzen wollten, eine einmalige Lizenzgebühr von 500 US-Dollar zahlen. Nun sind statt einer einmaligen Lizenzzahlung jährliche Lizenzgebühren fällig.
Siehe zum Thema auch: (anw)
- Höhere Schutzgebühren für die Marke Linux
- Australische Linux-Entwickler bitten Torvalds in Namensstreit um Beistand
- Streit um Linux-Warenzeichen beigelegt
- Linux-Warenzeichen: Erneuter Streit