Verteilte Bildersuche für Smartphones
Ein Forschungsprojekt an der Rice University soll Handy-Schnappschüsse sofort nach der Aufnahme für andere Anwender verfügbar machen.
Egal ob bei Großveranstaltungen, in Touristenzentren oder auf Konferenzen: Fast überall nehmen mittlerweile viele Menschen gleichzeitig Bilder mit ihren hochauflösenden Smartphone-Kameras auf. Ardalan Amiri Sani, Wolfgang Richter und ihre Kollegen aus der Efficient Computing Group an der Rice University in Houston haben nun einen neuartigen Suchdienst entwickelt, der ein solches "Foto-Crowdsourcing" erlauben soll, berichtet Technology Review in seiner Online-Ausgabe.
Theia genannt, scannt das System Bilder auf vorher registrierten Smartphones, um per Bilderkennung dann solche Aufnahmen zu ermitteln, die zur Suchanfrage eines Nutzers passen. Die Technik basiert auf einem Suchalgorithmus, der den Leistungsbedarf auf dem einzelnen Smartphone minimiert und gleichzeitig den Datenverbrauch klein hält. Zunächst werden interessante Bildkandidaten auf dem Handy lokal identifiziert, um sie dann automatisch auf einen Cloud-Server hochzuladen. Dort erledigt ein deutlich mächtigerer Suchroboter dann den Rest.
Anwendungsfälle sehen die Forscher genug. So könnte Theia etwa Eltern helfen, in einer Innenstadt den gerade verlorengegangenen Nachwuchs wiederzufinden. Statt die Polizei zu alarmieren, müssten dann nur die in der Nähe befindlichen Smartphones durchforstet werden, die womöglich einen passenden Schnappschuss samt Standortdaten enthalten. Dem Datenschutz will das Rice-University-Team gerecht werden, indem sich private Bilder entsprechend "taggen" lassen.
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(bsc)