Taktiles Feedback statt Blindenstock

US-Forscher haben ein neuartiges Bilderkennungssystem gebaut, mit dem sich Sehbehinderte an unbekannten Orten orientieren können.

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Begeben sich sehbehinderte Menschen in eine neue Umgebung, benötigen sie normalerweise einen Blindenstock, um sich ohne fremde Hilfe zu orientieren. Forscher am Viterbi-Institut der University of Southern California in Los Angeles wollen dieser Low-Tech-Lösung nun eine High-Tech-Variante entgegensetzen, berichtet Technology Review in seiner Online-Ausgabe: Eine Kombination aus einem Bilderkennungssystem und einer Weste, die Blinde durch taktiles Feedback, also spürbare Signale, sicher und ohne große Anstrengung durch ihre Umwelt leitet.

"Wir wollten ein Bilderkennungssystem bauen, das nicht nur erkennt, was sich um eine Person befindet, sondern ihr auch direkte Anweisungen gibt, wo sie sich am besten hinbegeben sollte", so Projektleiter James Weiland. Dazu gehört nicht nur das Vermeiden von Verletzungen, sondern auch die Hilfe im täglichen Leben: So könnte die Technik Blinde etwa zu einem gewünschten Supermarkt oder einem Restaurant lotsen. "Wir erweitern damit ihren Horizont – den Bereich, in dem sich diese Menschen ohne Probleme bewegen können."

Momentan als Prototyp fertiggestellt, besteht die sogenannte Guidevest aus einer Stereo-Helmkamera, die räumliche Bilder, also auch Tiefenwerte, erfasst. Eine Software erstellt ständig eine Karte der Umgebung aus diesen Daten und ermittelt so, wenn sich ein Gegenstand – ein Laternenmast oder eine Bank beispielsweise – auf der beabsichtigten Wegstrecke befindet. Das "Simultaneous Localization and Mapping" genannte Programm (SLAM) arbeitet in Echtzeit.

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(bsc)