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Media Center vom Videoschnittspezialisten [Update]

MacroSystem bringt ein komplett passiv gekühltes Wohnzimmer-Gerät heraus, das sich in jedes HiFi-Rack integrieren lässt und diverse Unterhaltungselektronik-Produkte ersetzen kann.

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Der Schnittsystem-Spezialist MacroSystem präsentiert auf der Funkausstellung seine Vision eines "Media Center PC". Unter dem Motto "Zeit für Visionen" bringt der für seine Videoschnitt-Systeme "Casablanca" bekannte Hersteller ein komplett passiv gekühltes Wohnzimmer-Gerät heraus, das sich in jedes HiFi-Rack integrieren lässt und diverse Unterhaltungselektronik-Produkte ersetzen kann.

Das MacroSystem Enterprise verfügt in allen Ausführungen über jeweils zwei digitale TV-Tuner (wahlweise DVB-S, DVB-C oder DVB-T) und erlaubt es, parallel bis zu acht Sender aufzuzeichnen -- sofern diese nur auf zwei verschiedene Bouqets verteilt sind. Die kleinste Ausführung für knapp 2000 Euro wird mit einer 250-GByte-Festplatte ausgeliefert. Auch TV-Komfortfunktionen wie elektronischer Programmführer und Timeshifting sowie andere typische Media-Center-Funktionen sind mit von der Partie: (S)VCD/DVD abspielen, Musikverwaltung, CDs grabben und brennen, Slideshows und Fotoarchiv. Sliedshows lassen sich auch mit Übergängen versehen und auf CD/DVD brennen. Aufnahmen befreit man mittels Smart Edit von Werbung beziehungsweise trimmt Anfang und Ende. All dies geschieht verlustfrei; die bearbeiteten Aufnahmen kann man DVD-konform auf Single- oder Double-Layer-Rohlinge brennen.

Das Gerät zeigt die jeweils aktive Funktion nicht nur auf dem TV-Schirm an, sondern auch auf einem blau hintergrundbeleuchteten Grafikdisplay an der Gehäusefront. An einen Fernseher oder LCD findet das Enterprise über SCART respektive DVI (mit HDCP) Anschluss. Das System verfügt über FireWire- und USB-Anschlüsse. Die Ehternet-Schnittstelle dient bisher nur zur Kommunikation mit einem PC, Internet-Unterstützung (etwas zum Herunterladen von CD-Informationen via Gracenote oder FreeDB) ist in der ersten Release nicht vorgesehen.

Enterprise ist halb PC, halb Unterhaltungselektronik: Für grundlegende Funktionen wie Steuerung der Bedienoberfläche oder Rippen und Umwandeln von CDs in komprimierte Formate sorgt die PC-Seite auf Basis eines VIA EPIA. Für die TV- und Videofunktionen inklusive High-Definition-Unterstützung sorgt eine Eigenentwicklung von MacroSystem, deren Herzstück Philips' Medienprozessor Nexperia ist. Die aktuelle Gerätegeneration spielt bereits MPEG-2 in High Definition, für H.264 in hohen Auflösungen müsse man auf die kommenden Nexperia-Chips warten, so MacroSystem-Chef Jörg Sprave gegenüber heise online. Diese sollten in Kürze verfügbar sein und dank Pin-kompatibler Auslegung nahtlos in neue Geräte eingebaut werden können.

Das Gerät soll ab Oktober im Fachhandel erhältlich sein.

[Update]:
Als Betriebssystem kommt Linux (Red Hat) zum Einsatz. Davon bekommt der Kunde aber nichts mit, er hangelt sich per Fernbedienung durch grafisch ansprechende MenĂĽs, die bis zur Release lediglich noch ein wenig entschlackt werden mĂĽssen.

Laut MainConcept ermöglicht es bereits die aktuelle Nexperia-Generation, H.264 in 1080i zu dekodieren, allerdings erfolgt die Ausgabe momentan höchstens in 720p. (vza)