Roomba als Raumluftsensor

US-Forscher haben den populären Staubsaugerroboter so umgebaut, dass er mobil Umweltgifte im Haus erkennen kann.

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Roboter könnten in einigen Jahren erkennen, ob sich in der Raumluft Umweltgifte befinden. Forscher am Public Laboratory for Open Technology and Science (PLOTS) haben in Zusammenarbeit mit der Rhode Island School of Design einen Roomba-Staubsauger von iRobot entsprechend umgebaut und bieten die Baupläne als Do-it-yourself-Projekt an, berichtet Technology Review in seiner Online-Ausgabe.

Die PLOTS-Forscher nutzen Teile, die regulär im Handel erhältlich sind, wie die Teammitglieder Jae-Ok Lee und Byeongwon Ha erklären. Der Chemikaliensensor MQ 135 und eine farbige LED werden von einem Arduino-Microcontroller-Board gesteuert. All das hängt wiederum samt Akkusatz an einem Roomba, den die Wissenschaftler gebraucht für 50 Dollar erwarben.

Im Betrieb verändert sich die LED-Anzeige von Gelb nach Blau, wenn eine zunehmende Menge Alkohol in der Raumluft erkannt wird, den die Forscher als Testflüssigkeit verwendeten. In einem nächsten Schritt sollen weitere Sensoren für andere flüchtige organische Verbindungen (sogenannte VOCs) wie Formaldehyd eingebaut werden. VOCs sind häufig in Holzmöbeln zu finden und können Schwindelgefühle und Unwohlsein auslösen, werden außerdem mit Asthma in Verbindung gebracht.

"Es gibt bislang keine vernünftigen Werkzeuge für Endkunden, um die Raumluft ständig auf Umweltgifte zu überwachen", erläutert Gennet Paauwe, Sprecherin der Umweltbehörde California Air Resources Board, die das PLOTS-Projekt begleitet.

Neben dem Roboterkit wollen die Forscher auch einen tragbaren Sensorstab entwickeln, der nochmals deutlich billiger sein soll. Der Roomba habe sich aber als ideal erwiesen, weil er den Raum sowieso im Rahmen seines Staubsaugerprogrammes komplett abfahre, sagen sie.

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(bsc)