IT-Messekampf an der Donau: ITnT bekommt Oberwasser

Beim Wettstreit der IT-Messen in Ă–sterreich mit zwei gleichzeitigen Veranstaltungen in Wien scheinen auch etwas seltsame Methoden zum Einsatz zu kommen.

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Wenige Wochen vor dem Showdown im Wettstreit zweier ITK-Messen in Wien scheint der Angreifer ITnT deutlich im Vorteil. Von 15. bis 17. Februar werden gleichzeitig die zwölfte exponet im Austria Center und die erste ITnT am Messegelände stattfinden. Folgte man allerdings den Listen auf den Websites der beiden Veranstaltungen, läge die exponet mit über 300 gegenüber der ITnT mit gut 240 Ausstellern, darunter einigen Doppelnennungen, deutlich voran. Für die ITnT sprechen aber nicht nur die prominenten Firmennamen, sondern vor allem ein erstaunlicher Umstand: Die exponet-Liste könnte voll von Firmen sein, die gar nicht dort ausstellen. Dies haben Recherchen von heise online ergeben.

Der Versuch, die Beweggründe einiger Aussteller für die Wahl der exponet zu erfragen, förderte Erstaunliches zu Tage: Von dem als Stichprobe gewählten Dutzend an Unternehmen, die auf der exponet-Page http://www.exponet.at/ausst05.htm gelistet sind, gaben acht Firmen an, überhaupt nicht auf dieser Messe auszustellen. Zwei weitere Firmen konnten telefonisch keine sichere Auskunft darüber geben, und lediglich zwei Unternehmen bestätigten, tatsächlich auf der exponet vertreten zu sein. Diese Beiden sind gleichzeitig auch auf der Konkurrenzveranstaltung ITnT aktiv. Die acht Nicht-Aussteller wussten auch nicht, warum sie auf der Liste auftauchen. Teilweise war Informationsmaterial über Standpreise angefordert worden, meistens war jedoch zu hören, man habe nur Gratiseintrittskarten für die exponet angefordert und stelle dort sicher nicht aus.

Werner Grohmann, Pressesprecher des exponet-Veranstalters DC Europe, bestätigte auf telefonische Anfrage zunächst, dass es sich bei der online verfügbaren Liste um die Namen der "auf der exponet vertretenen" Firmen handle. Mit dem Ergebnis der Stichprobe konfrontiert, erklärte er: "Nicht jedes Unternehmen, das heute auf einer Messe vertreten ist, hat auch einen eigenen Stand."

In der österreichischen ITK-Branche überwiegt die Auffassung, dass die ITnT ihren guten Start mit Branchengrößen wie Microsoft, IBM, SAP, Fujitsu Siemens, Philips, ACP, nextiraOne, Telekom & mobilkom Austria, T-Mobile, One, Inode, LG, NEC, UTA, ARC Seibersdorf Research und so weiter vor allem der Schwäche der exponet zu verdanken hat. Nach dem trüben Auslaufen der ITnT-Vorgängermesse ifabo 2002 und dem fehlgeschlagenen Versuch einer Nachfolgeveranstaltung unter dem Namen "enter", hatte Veranstalter Reed Exhibitions die Idee einer ITK-Messe im B2B-Bereich eigentlich schon begraben; doch waren viele (potenzielle) Aussteller mit dem Service der DC Europe unzufrieden und ermunterten Reed zu einem neuen Anlauf. Dort entschied man sich für die ITnT und einen Frontalangriff zum etablierten exponet-Termin. (Daniel AJ Sokolov) / (jk)