Vierter Anlauf fĂĽr dritte slowakische Mobilfunklizenz
Die beiden bestehenden Netzbetreiber Orange und T-Mobile haben in der Slowakei zusammen bereits mehr als 4,5 Millionen Kunden.
Die Slowakei schreibt zum vierten Mal eine dritte Mobilfunklizenz aus. Die Vergabeverfahren 1998, 1999 und 2002 waren jeweils gescheitert, etwa weil sich kein qualifizierter Interessent gefunden oder der Gewinner die Gebühr nicht bezahlt hatte. Diesmal werden Frequenznutzungsrechte für GSM, UMTS und Richtfunk im 29-GHz-Band offeriert, die landesweit 20 Jahre gültig sind. Sie sollen jenem qualifizierten Bewerber zugeteilt werden, der bis 14. Juli das höchste Gebot abgibt.
Doch auch diesmal ist kein Ansturm investitionswütiger Bewerber zu erwarten. Die beiden bestehenden Netzbetreiber Orange und T-Mobile haben zusammen bereits mehr als 4,5 Millionen Kunden, was bei 5,4 Millionen Einwohnern eine Penetrationsrate von rund 84 Prozent ergibt. Die Internet-Verbreitung ist noch gering, doch werden bereits zwei Breitband-Funknetze (WiMAX Telecom mit Wimax, T-Mobile mit Flash-OFDM) betrieben und weiter ausgebaut. Das Bruttosozialprodukt ist zwar in den vergangenen Jahren kräftig gewachsen, liegt jedoch mit 6.480 Dollar pro Kopf (Stand 2004) nach wie vor deutlich unter jenem von Tschechien (9.150), Ungarn (8.270) oder Österreich (32.300). (Zum Vergleich Deutschland: 30.210 Dollar.)
Die Hutchison 3G Gruppe hat bereits abgewinkt, auch Mobilkom Austria konzentriert sich auf südlichere Gefilde. Als Interessenten werden Telefonica moviles/O2 und Vodafone gehandelt. Erstere hatte im Mai nur begrenzte Investitionslust durchblicken lassen. Letzere hat im Ende März abgeschlossenen Geschäftsjahr 2005/2006 einen Rekordverlust von mehr als 25 Milliarden Euro verzeichnet. (Daniel AJ Sokolov) / (jk)