Doktor per WLAN
Intel-Forscher haben in Südindien geholfen, eine Augenklinik mit drei jeweils bis zu 20 Kilometer entfernten Außenstellen zu verbinden – über WLAN mit Standard-Hardware und sechs Megabit pro Sekunde.
"Technologie kann einen echten Unterschied machen", sagt Eric Brewer, Intel-Wissenschaftler und Professor an der University of California, Berkeley. "Als ich diesen Job angefangen habe, habe ich nicht gedacht, dass ich mal Menschen das Augenlicht retten könnte." Mit seinem Team hat Brewer in Südindien geholfen, eine Augenklinik mit drei jeweils bis zu 20 Kilometer entfernten Außenstellen zu verbinden – über WLAN mit Standard-Hardware und einer Datenübertragungsrate von etwa sechs Megabit pro Sekunde. Die Datenleitung ermöglicht den Patienten in den Außenstellen per Videochat direkt mit Ärzten zu kommunizieren. Seit Januar sind rund 25 Patienten an Grauem Star operiert worden", sagt Brewer. "Patienten, die sonst den langen Fußmarsch zur Klinik nicht auf sich genommen hätten." Das Aravind Eye Hospital will nun 50 weitere, vernetzte Außenstellen errichten.
Die Basis des Rural Connectivity Platform research project ist nahezu unverändertes WLAN, weil die Hardware besonders kostengünstig und flexibel sei, erklärt Brewer. "Wir schalten einfach die Features ab, die wir nicht brauchen, und ersetzen sie durch unsere Software." Im Wesentlichen haben die Wissenschaftler dabei ein Zeitmultiplexverfahren etabliert, das dafür sorgt, dass definiert immer nur ein Netzteilnehmer sendet beziehungsweise empfängt. Montiert man dann die Antennen auf Masten, kann man auch mit einer Sendeleitung von nur 300 Milliwatt sehr große Entfernungen überbrücken. In einer Hardware-Simulation haben Brewer und seine Leute das Verfahren schon auf Entfernungen bis zu 200 Kilometer getestet – allerdings fällt die Datenrate dann auf unter ein Megabit pro Sekunde. (wst)