Kammerjäger und Hütehunde aus Metall

Europäische Wissenschaftler haben Roboter entwickelt, die mit Schaben interagieren. Die Maschinen können die missliebigen Insekten einfach aus ihren Verstecken herauslocken, weil sie für unverdächtige Artgenossen gehalten werden.

vorlesen Druckansicht 61 Kommentare lesen
Lesezeit: 1 Min.
Von

"Roboter, die mit Tieren interagieren, könnten für Aufgaben wie das Hüten von Herden eingesetzt werden", sagt Jean-Louis Deneubourg, theoretischer Biologe an der Freien Universität Brüssel und Koordinator des vor Kurzem abgeschlossenen LEURRE-Projektes, an dem auch französische und schweizer Forscher beteiligt waren.

Deneubourg und sein Kollege Josè Halloy forschen seit Jahren an mathematischen Modellen von Tierverhalten. Die dabei gewonnenen Erkenntnisse haben sie mit Robotik verknüpft, um herauszubekommen, ob sich gruppenbildende Insekten in ihrem kollektiven Verhalten manipulieren lassen. Dazu entwickelten sie kleine Roboter mit Fahrgestell, Infrarotsensor und Bordelektronik, "Insbots" genannt.

Eine denkbare praktische Anwendung sehen die LEURRE-Forscher in der Bekämpfung von Ungeziefer. Anstatt dieses auszuräuchern, könnten Roboter die missliebigen Insekten einfach aus ihren Verstecken herauslocken, weil sie für unverdächtige Artgenossen gehalten werden.

Dass Europas Bauern händeringend auf eine derartige Innovation warten, ist zwar schwer vorstellbar. Aber Deneubourg sieht den Ansatz des LEURRE-Projektes im Kontext der sich weiterentwickelnden Agrartechnik. "Europas Landwirtschaft kann nur überleben, wenn sie mit Hightech verbunden ist", versichert er.

Mehr in Technology Reviev online:

(Niels Boeing) / (wst)