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Was war, was wird (Das große Sommerknopfrätsel)

Seien wir genüngsam. Lassen wir die Revolutionen in aller Ruhe Revue passieren. Lehnen wir uns entspannt zurück. Rätseln wir etwas, denkt sich Hal Faber. Das erfrischt.

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Von
  • Hal Faber

Wie immer möchte die Wochenschau von Hal Faber den Blick für die Details schärfen: Die sonntägliche Wochenschau ist Kommentar, Ausblick und Analyse. Sie ist Rück- wie Vorschau zugleich. Und es foltgt der zweite Teil des diesjährigen Sommerrätsels, diesmal in einer wahrlich lauen Sommernacht, so wie man sie sich wünscht.

Was war.

*** Seien wir genüngsam. Lassen wir die Revolutionen in aller Ruhe Revue passieren. Lehnen wir uns entspannt zurück. So viel Revolution wie derzeit war nie, wird nie sein, trompetet es allenthalben, während die Börsen in sich zusammensacken. Ist das wirklich? Egal. Erinnern wir uns: Vor 30 Jahren, am 12. August 1981, stellte IBM den IBM Personal Computer vor, der aus Komponenten anderer Hersteller zusammengeschraubt war. Die leistungsschwache Maschine begründete den "Personal-Computer-Standard" und die "IBM-Kompatibilität" und verkaufte sich blendend. Nach einem verhaltenen Beginn verkaufte IBM jede Minute einen IBM-PC, anderthalb Jahre lang. Im Januar 1983 wurde der in die Wohnungen Amerikas eingezogene Personal Computer zum Man of the Year 1982 gekürt: Die Abbildung der Times zeigt eine IBM-Designstudie mit einer Tabellenkalkulation. Es war die Software, insbesondere VisiCalc, die dem "häßlichen Klotz" (Steve Jobs) den Durchbruch bescherte. Software ist Tipp-Ex in Potenz. Es war MS-DOS zu verdanken, dass Microsoft sich von einem Anbieter von Software für Hobbyisten zu einem dominierenden Software-Konzern entwickeln konnte. In diesem Sinne wünscht das Sommerrätsel-Team viel Spaß mit 10 "knackigen" Fragen zur Software, die auf gute Antworten warten.
Und zum Einstieg eine ganz einfache Frage 1: Want Sin?
Und Frage 2: Worüber ärgerte sich Bill Gates, als der IBM-PC vorgestellt wurde?

Frage 3: Computer, ein paar Hilfskräfte und der weite blaue Himmel. Was wie eine saubere Welt-Vision von Kurzweil aussieht, machte Werbung wofür?

*** Seit vielen Jahren spricht Ray Kurzweil davon, dass der Mensch im Computer aufgeht und damit unsterblich wird. Als sein Klassiker "The Age of Spiritual Machines" 1999 erschien, prophezeihte Kurzweil, dass dieser Moment der Singularität im Jahre 2099 eintreten wird. Nun kommt die Unsterblichkeit früher, anno 2029. Ehe der Nachfolger von Hal 9000 diese Kolumne übernehmen und die Restmenschen die Computer als Götter anbeten werden, wird noch einiges passieren. In zehn Jahren werden wir Kontaktlinsen tragen, die uns Zugang zum Internet gewähren, mit je einer IPv6-Adresse für das rechte und das linke Auge. In Kurzweils Klassiker, der bei uns den idiotischen Buchtitel Homo S@piens verpasst bekam, ist 2029 das Jahr, in dem der erste Computer den Turing-Test besteht. Außerdem ist es das Jahr, in dem eine "Florence-Brigade" von Maschinenstürmern losschlägt, unter Berufung auf ihren Führer, den im Gefängnis verstorbenen Unabomber Ted Kaczynski. Dieser veröffentlichte kurz vor seinem Tode ein Manifest, das seinen Anhängern das Töten aller Computerbesitzer auftrug. Ob Kurzweil mit seinen Prognosen richtig liegt, können wir übrigens schon 2012 überprüfen. Dann beginnt die Kampagne für ein weltweites Verbot von Verschlüsselungssoftware für Privatpersonen, die darin endet, dass ab Oktober 2013 der Drittschlüssel in einem Computer der "Heimatsicherheit" gespeichert wird. Menschen dürfen keine Geheimnisse vor Computern haben. Aber ist das eine Zukunftsvision?
So ergibt sich zwangsläufig Frage 3: Computer, ein paar Hilfskräfte und der weite blaue Himmel. Was im Bild rechts wie eine saubere Welt-Vision von Kurzweil aussieht, machte Werbung wofür?
Vielleicht nicht ganz so zwangsläufig Frage 4: Alt, aber unvergessen. Was kostete Emacs für den PC mit welchen Folgen?

*** Ein Jubiläum der ganz besonderen Art feiert derzeit das World Wide Web. Getreu der Devise, dass das Internet viele Väter hat, wird auch die Kreation von Tim Berners-Lee gehäckselt. Mal ist Vannevar Bush und sein Memex dran, mit der hübsch schrägen Formulierung, dass Tim Berners-Lee im Usenet das erste WWW-Netzwerk aufbaute. Mal muss Ted Nelson und sein Xanadu-Projekt die Vaterschaft übernehmen, obwohl er in seinem Buch Geeks bearing Gifts keinen Zweifel daran lässt, dass das WWW eine bescheuerte Verwässerung seines Ansatzes darstellt, der immer noch auf seine Realisierung wartet. Wie wäre es mit der ersten Website oder dem schwer vermittelbaren Vorschlag? Egal, egal, es wird gefeiert. Und bei aller Korinthenkackerei: Schlecht ist das nicht, wenn dabei solche Texte entstehen wie dieses Lob des Online-Seins, in denen Bauds röcheln und die Sonne blendet. Erst das WWW machte Firmen wie Netscape (schon wieder vergessen) oder eben Google möglich: Im Internet geboren, stößt es gerade mit der Realität zusammen und wirft lustige Fragen auf, auf die es eine ernste Antwort gibt. Erinnert sei an das eindringliche Plädoyer von David Levy, so schnell wie möglich eine Roboter-Versicherung einzurichten, für all die Schäden, die uns in einer kurzweiligen Welt drohen werden. Wer sich über die Zusammenhänge wundert, kann ins frühe Internet beim Kurator der geschätzten Emily Postnews nachschlagen.
Aber gut. Lieber Frage 5: Was hat Shakespeare mit dem Internet zu tun?
Dazu passt Frage 6: Ein Programm sollte das Dunkel im Internet bannen. Sein Name?

Was wird

Die Maus ist tot, der Wischefinger hat sie abgelöst. Die Tastatur ist am Verfaulen. Bald werden Computer nur noch mit Gesten gesteuert und die Sprache zur Texteingabe ist auch nicht sonderlich neu. Aus diesem Grunde wird die Vorschau im Sommerloch zur ultimativen Rückschau. Es dauerte nicht einmal ein Jahr, da hatte der IBM-PC eine graphische Oberfläche bekommen. Mit VisiOn stellte VisiCorp auf der Comdex 1982 ein System auf, das mehr als nur ein Häkchen setzte. Die Oberfläche war höchst modern konzipiert, da sie intern auf einer virtuellen Maschine lief. Das Programm setzte sich nicht durch: Es hatte keine Knöpfe. Das bringt uns zum heiteren Knöpferaten als Antwort auf die Beschwerde, dass zuwenig Rätsel im Sommerloch zu lösen sind. Zu jeder Abbildung wird ein Programmname gesucht, der Hersteller und das Jahr, in dem die Benutzeroberfläche den Benutzern erschien.

Auf geht's mit Frage 7: Die folgenden drei Bildchen stehen für drei frühe Ansätze. Gesucht wird die Firma und das Jahr, in dem wir Kontakt aufnahmen.

Sommerrätsel (7.8.2011): Frage 7 (3 Bilder)

Frage 7

Die drei Bildchen stehen für drei frühe Ansätze. Gesucht wird die Firma und das Jahr, in dem wir Kontakt aufnahmen.

Es dauerte aber nicht lange, dann kam die Farbe ins Spiel. Was zu Frage 8 führt: Welche drei Systeme aus welchen Jahren sind in den folgenden Bildern versammelt?

Sommerrätsel (7.8.2011): Frage 8 (3 Bilder)

Frage 8

Es dauerte aber nicht lange, dann kam die Farbe ins Spiel. Frage 8: Welche drei Systeme aus welchen Jahren sind hier versammelt?

Fast zwangsläufig ergibt sich Frage 9: In den folgenden Bildern wieder drei Kandidaten ofür die Fans des Sommerrätsels. Einer wurde berühmt, als hässlichster Entwurf.

Sommerrätsel (7.8.2011): Frage 9 (3 Bilder)

Frage 9

Frage 9: Wieder drei Kandidaten für die Fans des Sommerrätsels. Einer wurde berühmt, als hässlichster Entwurf.

Und zum krönenden Abschluss Frage 10: Die Zukunft ruft? Ganz sicher? Die Auflösung erscheint am Dienstag, zum Schluss ist beschäftigen wir uns in den noch folgenden Bildern mit dem, was unfreundliche Administratoren Fehler 40 nennen.

Sommerrätsel (7.8.2011): Frage 10 (3 Bilder)

Frage 10

Frage 10: Die Zukunft ruft? Ganz sicher? Zum Schluss ist beschäftigen wir uns mit dem, was unfreundliche Administratoren Fehler 40 nennen.

(jk)