Ă–lsand-Abbau soll umweltfreundlicher werden

Ein neues Verfahren soll den Abbau von Ă–lsanden billiger machen und die dabei freiwerdenden Treibhausgas-Emissionen um 85 Prozent verringern.

vorlesen Druckansicht 61 Kommentare lesen
Lesezeit: 2 Min.

Eines der größten bekannten Ölreservoire bilden die Ölsande in Kanada. Sie enthalten genug von dem schwarzen Gold, um Nordamerika – den größten Ölverbraucher der Welt – auf Jahrzehnte damit zu versorgen. Der Abbau von Ölsanden ist jedoch teuer und ökologisch umstritten. Das kanadische Konsortium N-Solv hat nun ein Verfahren entwickelt, das die Ausbeute verdoppeln und die dabei freiwerdenden Treibhausgas-Emissionen um 85 Prozent verringern soll, berichtet Technology Review in seiner Online-Ausgabe.

Weil Ölsande Kohlenwasserstoffe vor allem in Form des zähflüssigen Bitumens enthalten, erfordert deren Gewinnung viel Energie. In den Lagerstätten, die direkt an der Erdoberfläche liegen, lassen sich die Kohlenwasserstoffe aus dem ton- und silikathaltigen Gemisch mittels Wärme und Chemikalien herausziehen.

Vier Fünftel der kanadischen Ölsande liegen jedoch zu tief für einen solchen Tagebau. In ihnen muss das Bitumen zunächst mit Hilfe von eingespritztem Wasserdampf unterirdisch verflüssigt werden, um es wie Rohöl durch Bohrlöcher abpumpen zu können. Weil es für den Transport durch Pipelines in beiden Fällen nicht flüssig genug ist, muss seine Viskosität durch einen weiteren Chemikalieneinsatz herabgesetzt werden. In all diesen Prozessschritten werden Treibhausgase ausgestoßen.

N-Solv setze nun statt des Wasserdampfs ein Lösungsmittel ein, sagt Murray Smith, Vorstandsmitglied des Konsortiums. Das Lösungsmittel, zum Beispiel Propan, müsse nur auf gemäßigte 50 Grad Celsius erhitzt werden, bevor es in die Lagerstätte eingeleitet wird und das Bitumen aufbricht. Dieses Verfahren verbrauche weniger Energie als der Einsatz von Wasserdampf, so Smith. Weil die schwersten Bitumen-Bestandteile in der Lagerstätte verblieben, müssten die hochgepumpten Bestandteile für den Pipeline-Transport nicht mehr so stark nachbehandelt werden wie üblich.

Mehr zum Thema in Technology Review online:

(bsc)