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Inhaltsverzeichnis

www.cablemap.info
www.telegeography.com/telecom-resources/telegeography-infographics/submarine-cable-map

Egal, ob ein Flugzeug auf dem Hudson notlandet, ein Volk in Nordafrika gegen seine Führer rebelliert oder in Japan die Erde bebt – man hat sich daran gewöhnt, dass das Web zum Weltgeschehen in kürzester Zeit Informationen aus erster Hand liefert. Eine gewaltige Infrastruktur sorgt dafür, dass Datenpakete in Sekundenschnelle von New York, Tripolis und Tokio nach Bielefeld finden.

Ein wichtiges Rückgrat des Netzes bilden die Seekabel, die Länder und Kontinente verbinden. Für diesen Teil des Internet hat Greg Mahlknecht eine schöne Visualisierung geschaffen. Greg’s Cable Map zeigt die Kabel als Google-Maps-Mashup. Dabei entspricht die Dicke der Kabel ihrer Bandbreite. Klickt man auf eines der Kabel, zeigt die Site eine Liste der Endpunkte und, sofern vorhanden, Links auf weiterführende Informationen an. Feiner aufgelöste Überblicke über die Seekabel findet man auf den Seiten von TeleGeography.


www.fogcam.org
www.fishcam.com

Vor zwanzig Jahren ging die berühmteste Kaffeemaschine der Welt auf Sendung: Studenten der Uni Cambridge überwachten den Füllstand der Kanne mit einer Kamera, die sie ans lokale Netzwerk anschlossen, um nicht vergeblich auf der Jagd nach der nächsten Koffein-Dosis zur Küche des Rechenzentrums zu laufen – Faulheit als Innovationsmotor. Zwei Jahre später durfte die ganze Welt der Krups-Maschine beim Volllaufen zuschauen, sofern sie 1993 schon Zugang zum blutjungen WWW hatte.

Der „Trojan Room Coffee Pot“ hat vor zehn Jahren seinen letzten Kaffee gebraut, aber andere Uralt-Webcams sind noch immer online. Zwei davon beanspruchen den Titel der ältesten aktiven Webcam der Welt. 1994 richtete der Netscape-Mitarbeiter Lou Montulli (unter anderem für den Browser Lynx und die Erfindung von Cookies verantwortlich) eine Kamera auf das Firmenaquarium. Zwar stellte die FishCam 2008 zusammen mit Netscape ihren Dienst ein, sie wurde aber bald darauf reaktiviert. Auch die ebenfalls 1994 gestartete FogCam musste schon umziehen: Heute steht sie nicht mehr im Rechenzentrum, sondern schaut auf den Campus der San Francisco State University. (heb)


www.auma.de
www.auma.de/_pages/MessenDeutschland/MessenDeutschland.aspx?sprache=d

Da hat man einen Brombeervollernter entwickelt – wo und wann aber kann man ihn der sicherlich begeisterten Öffentlichkeit vorstellen? Die Messedatenbank des Ausstellungs- und Messeausschusses der Deutschen Wirtschaft e.V. AUMA hilft weiter. Sie führt nicht nur alle inländischen Messetermine, sondern auch viele ausländische. Die Ergebnisse lassen sich nach Stadt, Land oder Branche filtern. Auf den Detailseiten erfährt man dann, wie das Projektteam zu erreichen ist und wann sowie in welchem Turnus sie stattfindet. (Tobias Engler/jo)


http://zeitsprung.animaux.de

Wie mag diese Straße wohl vor zwanzig, fünfzig oder hundert Jahren ausgesehen haben? Der Designer Alexander Rutz hat sich diese Frage in seiner Heimatstadt Weimar gestellt – und sie mit Hilfe des Stadtarchivs beantwortet. Zeitsprung legt alte und neue Bilder, die exakt vom gleichen Standort aus aufgenommen wurden, mit einem Schiebe-Effekt übereinander.

Stuckfassaden, Volkspolizisten und Kriegsschäden verschwinden, moderne Autos, Graffiti und Werbetafeln erscheinen. Mal wundert man sich beim Betrachten, wie sehr sich die Stadt verändert hat, dann aber staunt man noch mehr, wenn die Bilder fast gleich aussehen. Vielleicht findet ja der eine oder andere noch ein paar historische Ansichten seiner Stadt auf dem Dachboden – oder lässt sich inspirieren, ein ähnliches Projekt zu starten. (heb)


http://wherethefuckisthis.com

Der Fotostream schaufelt ein Bild eines wunderschönen Strands oder einer pittoresken Altstadt auf den Bildschirm, so beeindruckend, dass man sofort dorthin will. Ärgerlich, wenn die Ortsangabe fehlt. Sich „Wo, verdammt noch mal, ist das?“ zu fragen, hülfe normalerweise nicht weiter, doch als Webadresse kann die Frage durchaus zur Lösung führen, jedenfalls auf Englisch. Den bei where the fuck is this kann man Bilder hochladen, damit andere Besucher versuchen, das Motiv zu lokalisieren.

Mitunter weiĂź gleich der erste Kommentator, um welchen Ort es sich handelt, mitunter wird aber auch einfach mal geraten. Die Website-Betreiber gehen jedem Kommentar nach, und sobald sie sich sicher sind, den Ort gefunden zu haben, wird er markiert und auf einer eingebetteten Karte angezeigt.


www.topp.org

Das Projekt TOPP, Tagging of Pacific Predators, hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Lebensgewohnheiten von Meeresbewohnern zu erforschen, und zwar insbesondere ihre Migrationsrouten. Seit dem Jahr 2000 stattet es Wale, Haie und Schildkröten mit Sendern aus, die den aktuellen Standort per Satelliten an TOPP funken. Über die Homepage kann jedermann an dem Projekt teilhaben, denn TOPP bereitet die Daten einiger Probanden in schicken Widgets auf, die jedermann in seine Homepage einbetten kann. So erfährt man dann zeitnah zum Beispiel, dass die Lederschildkröte Windy mit 0,68 Meilen pro Stunde in der Nähe von Guatemala unterwegs ist.


http://visual.ly

Die Webseite visual.ly verschreibt sich der visuellen Aufbereitung von Daten und Informationen aller Art. Grafiker und Info-Designer können dort über einen kostenlosen Account ihre Datenvisualisierungen und Infografiken präsentieren. So finden sich auf der Plattform informative Veranschaulichungen zu so verschiedenen Themen wie Finanzkrisen, Marsmissionen, Typografie, Bartformen und die UEFA Champions League. Fans visueller Datenaufbereitung verlieren sich in den Infografiken wie ein kleines Kind im Wimmelbilderbuch. Eine stete Gefahr für die Produktivität am Arbeitsplatz ist der verführerische Knopf am unteren Bildrand mit der Aufschrift „Show More“. (akr)

www.ct.de/1118190


Die Websites aus c't 17/2011 (jo)