Tiscali rĂĽckt in die Gewinnzone vor
Der Verkaufspreis der französischen Tochterfirma Liberty Surf lag höher als die Verluste aus dem laufenden Geschäftsbetrieb. Im ersten Halbjahr konnte Tiscali europaweit 330.000 neue DSL-Kunden gewinnen.
Der italienische Internetanbieter Tiscali S. p. A., der in mehreren europäischen Ländern präsent ist, hat im ersten Halbjahr 2005 vor allem wegen einmaliger Verkaufserlöse einen Gewinn erzielt. Der Überschuss betrug 14,5 Millionen Euro gegenüber einem Verlust von 123,8 Millionen Euro ein Jahr zuvor, teilte Tiscali mit. Der Internetanbieter hatte seine französische Tochterfirma Liberty Surf an die Telecom Italia für 144 Millionen Euro verkauft. Das laufende Geschäft brachte Tiscali im ersten Halbjahr allerdings einen Verlust von 111,2 Millionen Euro (Vergleichszeitraum 87,1 Millionen Euro).
Nach einem Verfall seines Börsenwerts hatte Tiscali wie andere Internet Provider seine Aktivitäten in zahlreichen Ländern eingestellt und schließlich auch Frankreich als nicht mehr zu seinen Kernmärkten gehörend erklärt. Der Umsatz stieg um 11 Prozent auf 353,7 Millionen Euro. Bis Ende Juni gewann Tiscali 330.000 neue ADSL-Kunden und zählte damit in dieser Sparte insgesamt 1,38 Millionen Kunden. Im Gesamtjahr 2005 rechnet Tiscali mit einem Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) von 100 Millionen Euro. Das Unternehmen peilt außerdem einen Umsatz von 800 Millionen Euro an. Die Investitionen dürften 15 Prozent des Umsatzes ausmachen. (dpa) / (ssu)