Weniger Risikokapital für teure Energieprojekte

Innovativen Firmen aus dem finanzintensiven Bereich der erneuerbaren Energien droht der Geldhahn zugedreht zu werden. Investoren setzen auf risikoärmere Projekte.

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Die neuerlich aufgeflammte Finanzkrise hat die grünen Branchen erfasst: Fast überall auf der Welt kürzen Regierungen Programme zur Unterstützung erneuerbarer Energien. Und die Risikokapitalfirmen, die sich in den letzten Jahren massiv in diesem Bereich tummelten, gehen mit: Sie ändern ihre Investmentstrategie, berichtet Technology Review in seiner Online-Ausgabe.

In den letzten Jahren begannen viele Finanzfirmen, stärker in Langzeitprojekte mit hohem Kapitalbedarf zu investieren – Solar- und Windenergietechnik oder alternative Treibstoffe. Das klappte vor allem deshalb, weil man mit Subventionen seitens des Staates rechnen konnte, der die Branche fördern wollte. So flossen hunderte Millionen Dollar in Neugründungen, die erst teure Fabriken aufbauen mussten, um ihre Technik marktreif zu bekommen. Profite kamen, wenn überhaupt, später.

Nun geht es für die Investoren zurück zu den Wurzeln, zu kleineren Projekten wie früher: Dutzende Risikokapitalfirmen beendeten in den letzten Monaten ihre Frühphasenfinanzierung von "Clean Energy"-Start-ups. Wie aus Zahlen des Fachdienstes Dow Jones Venture Source hervorgeht, wandern die Investoren in günstigere Bereiche ab. Da werden dann beispielsweise Energieeffizienz-Firmen gefördert, die Software entwickelt haben, die den Energieverbrauch überwacht und Einsparpotenziale vorschlägt.

Wirklich neue Entwicklungen könnten auf der Strecke bleiben. Global gesehen gehen bereits jetzt fast sieben Achtel aller Gelder im Bereich der erneuerbaren Energien – darunter auch die Finanzierung von Windparks – an bereits etablierte Technologien. David Victor, Experte für Solar- und Windenergieförderung an der University of California in San Diego ahnt Schlimmes: "Die Innovation im Energiesektor könnte in eine schwere Krise geraten."

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(bsc)