Ohne festen Schreibtisch, aber mit Tablet

Der Netzausrüster Cisco organisiert seine Arbeit am Hauptsitz in San José in einem Pilotprojekt um. Selbst Top-Manager haben kein festes Büro mehr.

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Die Nutzung von Smartphones, Laptops durch Unternehmen samt der ständigen Verfügbarkeit mobiler Netzdienste sorgt für Veränderungen im Arbeitsleben – darunter auch die Tatsache, dass Manager und Spezialisten weniger Zeit in zentralen Büros verbringen. Teure Immobilien stehen deshalb teilweise leer. Der Netzausrüster Cisco macht aus der Not nun eine Tugend und erwägt die Arbeit in seinem Hauptquartier im kalifornischen San Jose radikal umzukrempeln, berichtet Technology Review in seiner Online-Ausgabe.

"Connected Workplace" nennt sich eines der Projekte, das sich über Jahrzehnte alte Bürokonventionen hinwegsetzt. Dabei werden aus einzelnen Büronischen offene Cluster mit Schreibtischen, die sich verschieben lassen – und nicht mehr einzelnen Personen gehören, sondern Arbeitsgruppen. PCs stehen nicht mehr auf diesen neuen Schreibtischen. Stattdessen nutzen die Mitarbeiter das Cisco-Tablet Cius, das seit Kurzem auch an Unternehmenskunden des Konzerns verkauft wird. Das Cius-Tablet passt in ein kleines Spezialdock auf dem Schreibtisch, das auch einen Telefonhörer enthält. Das Tablet erledigt sowohl Sprach- als auch Videoanrufe, auf dem Schreibtisch und unterwegs. Auch Geschäftsdokumente lassen sich mit dem Cius in Arbeitsgruppen teilen. Alternativ lassen sich auch noch Bildschirm, Maus und Tastatur anschließen, was aus dem Tablet einen kleinen PC macht, der eine virtuelle Windows-Sitzung öffnen kann. Muss ein Manager einen vertraulichen Sprach- oder Videoanruf durchführen, geht er einfach in einen der schließbaren Räume, die sich am Rand des Team-Clusters befinden.

Mit solchen Veränderungen könnten Firmen viel Geld sparen. Das Cisco-Projekt wurde auch deshalb gestartet, weil bei einer internen Studie herauskam, dass die Büronischen in den Großraumbüros zu zwei Dritteln unbesetzt blieben, während Mitarbeiter entweder auf dem Firmengelände unterwegs waren oder aus der Ferne arbeiteten. Berechnungen Ciscos zufolge kann das Gebäude, das für das Testprojekt "Connected Workplace" genutzt wurde, nun 140 Angestellte fassen – deutlich mehr als die 88, die normalerweise hier unterkamen. Mit etwas Glück könnte Cisco bei seinen Immobilien also bis zu 37 Prozent an Kosten sparen.

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(bsc)