CES

Disney möbelt Web-Präsenz auf

Der Unterhaltungsriese wagt sich noch nicht so weit vor, dass er echte technische Finessen oder neue Konzepte für den Transport von Inhalten bieten würde.

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Von
  • Erich Bonnert

Zum Ende des Booms der New Economy schien der Unterhaltungskonzern Disney Investitionen in das Internet noch wie der Teufel das Weihwasser zu scheuen – nun, nach einigem Hü und Hott, setzt man wieder verstärkt auf den eigenen Online-Auftritt. So beschränkte sich die CES-Keynote von Disney-Chef Robert Iger auch im Kern auf eine überarbeitete Internet-Präsenz. Das sind wohl gute Nachrichten für Fans von Mickey und Piratenfilmen. Der Unterhatungsriese wagt sich aber noch nicht so weit vor, dass er echte technische Finessen oder neue Konzepte für den Transport von Inhalten bieten würde. Disneys Web-Angebot richtet sich speziell an Kinder und Teenager. Durch die Auswahl ihrer Lieblingselemente und -figuren aus der umfangreichen Unterhaltungspalette stellen die jungen Fans ihre personalisierte Web-Sicht zusammen, die unter ihrem Screen-Namen gespeichert wird. Auch wenn die Inhalte natürlich nur exklusiv bei Disney zu hören und zu sehen sind – mit szenischem Hintergrund, Video- und Musik-Abspiellisten sowie Bildchen und Flash-Animationen respektive einem Chat-Fenster beschränken sich die Gestaltungsmöglichkeiten auf biedere Online-Hausmannskost.

Die Web-Seite erlaubt Filterungen des Angebots nach Altersgruppe oder Geschlecht. Kreative Elemente, die andere Community-Seiten – wie YouTube, Myspace, Facebook und andere – durch Text- und Bild-Blogs, Bewertungen oder gar Mash-Up-Funktionen populär gemacht haben, lässt Disney ganz außen vor. Offenbar sollen Identität und Wirkung der disneyschen Kunstfiguren von individuellen oder möglicherweise ambivalenten Sichtweisen ihrer Liebhaber ganz frei gehalten werden.

Andererseits will der Maus-Konzern künftig neue Multiplayer-Online-Spiele in Disney-spezifischen Erlebnisräumen für Tausende von Online-Spielern einrichten, beispielsweise auf Pirateninseln oder inmitten der Toy Story. Wie weit dort die virtuellen Freiheiten gehen, können die Spieler in einigen Monaten ausprobieren. Ein bereits bestehendes Spiel dieser Art namens "Pirates of the Carribean" soll ebenfalls noch erweitert werden, sagte Iger. (Erich Bonnert) / (jk)