Studie: Pubertät treibt Zukunftsmärkte voran
Jüngere Menschen nutzen häufiger ihre Handys und Computer und wollen sich auch eher solche Geräte anschaffen als die Gesamtheit der Befragten der Verbraucheranalyse 2005. Diese wurde nun von der Bauer Verlagsruppe und der Axel Springer AG vorgelegt.
Jugendliche hegen häufiger Absichten, sich elektronische Geräte zuzulegen, als Erwachsene. Das geht aus der Verbraucheranalyse 2005 der Bauer Verlagsgruppe und Axel Springer und 32 weiterer Medienunternehmen hervor. Generell seien Jugendliche "entscheidende Impulsgeber für Märkte und Innovationen -- zum Beispiel in den Bereichen Kosmetik, Entertainment und Kommunikation", teilt die Bauer Media KG mit. Erstmals waren auch 12- bis 13-Jährige im Rahmen der Marktstudie befragt worden.
30 Prozent der 12- bis 15-Jährigen wollen sich ein Handy anschaffen, während es 14 Prozent in der Gesamtbevölkerung sind. Einen MP3-Player wollen 25 Prozent der Jüngsten kaufen gegenüber 8 Prozent der Gesamtheit. Eine Digitalkamera wünschen sich 23 Prozent der 12- bis 15-jährigen Befragten und 21 Prozent einen DVD-Player/-Recorder. Für die Gesamtheit betragen diese Anteile 17 beziehungsweise 16 Prozent.
25 Prozent der 12- bis 15-Jährigen nutzen ihr Handy mehrmals täglich. In der Gesamtbevölkerung beträgt dieser Anteil 8 Prozent. 30 Prozent nutzen täglich ihren PC und 23 Prozent surfen sechs bis sieben Tage pro Woche im Internet. In der Gesamtheit betragen diese Anteile 14 und 16 Prozent.
"Die Pubertät, die turbulenteste und wahrscheinlich schwierigste Zeit im Leben eines Menschen, setzt immer früher ein. Von den Jugendlichen wird diese Zeit zur Orientierung genutzt -- auf allen Gebieten", interpretiert Ingeborg Glas von der Bauer Media KG die Zahlen. Es entstünden Bedürfnisse und Konsumwünsche, die bei früheren Generationen erst zu einem späteren Zeitpunkt aufgekommen seien. Für die Verbraucheranalyse wurden von September 2003 bis März 2005 gut 30.000 Personen im Alter ab 12 Jahren mündlich und schriftlich befragt.
Bei den Zahlen ließe sich einwenden, dass jüngere Menschen zu einem geringeren Anteil Geräte wie Handys besitzen und ihr Konsumwunsch dadurch getragen wird. Zumindest für Nordrhein-Westfalen hat sich durch das LBS Kinderbarometer aber gezeigt, dass fast drei Viertel der 9- bis 14-Jährigen bereits ein Mobiltelefon besitzen. Aus der Verbraucheranalyse geht hervor, dass 84 Prozent der 12- bis 19-Jährigen ein Handy besitzen und 75 Prozent der Unterklasse der 12- bis 15-Jährigen. (anw)