ISSCC: Nanoelektronik für eine "Gesellschaft der allgegenwärtigen Information"

Ganz anderes als von der Nanoelektronik hält Koreas IT-Minister Daeje Chin vom neuen Cell-Chip persönlich wenig -- eine Beteiligung lehnte er in seiner früheren Funktion als CEO des Samsung-Halbleiterbereichs ab.

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Von
  • Erich Bonnert

Einer der Hauptredner der diesjährigen International Solid-State Circuits Conference (ISSCC) war Daeje Chin, Südkoreas Minister für Informations- und Kommunikationstechnik. Der Regierungsvertreter, ehemaliger Halbleiteringenieur, legte seine Ansichten dar zur "Nanoelektronik für die Gesellschaft der allgegenwärtigen Information".

Chin sieht die Nanoelektronik als neue Infrastruktur-Branche, speziell für Korea. In den Plänen seiner Regierung für eine Gesellschaft der allgegenwärtigen Information sind spezielle Förderungen der Nano-Entwicklungen vorgesehen -- allerdings nur unter bestimmten Voraussetzungen. Die Mitglieder der gesamten Wertschöpfungskette müssten besser miteinander kooperieren, als bisher in der IT-Branche üblich, sagte Chin. Vor allem den Service-Providern komme eine wachsende Rolle zu. Er führte den geplanten digitalen terrestrischen TV-Standard Koreas als Paradebeispiel an. Halbleiterfabriken, Chipentwickler und Service-Anbieter hätten in abgestimmtem Rhythmus dafür gesorgt, dass bei kommerziellem Sendestart 2006 nanoelektronische Komponenten zum Bau von mobilen Empfangsgeräten bereitstehen sollen.

RFID-Tags sind ein weiterer Hoffnungsmarkt, dessen Potenzial Chin mit dem DRAM-Markt vergleicht. Den Antrieb liefert laut Chin nicht die Nano-Industrie selbst, sondern große Auftraggeber wie das US-Pentagon oder der Einzelhandelsriese Wal-Mart. In Korea werde die öffentliche Hand die Rolle des "Testbed" übernehmen.

Die Vertrautheit des Ministers mit seinem Sujet kam nicht von ungefähr: Chin war vor seinem Wechsel in die Regierung fast 20 Jahre Entwicklungsmanager und zuletzt CEO des Halbleiterbereichs von Samsung. Am Rande der Konferenz verriet er auch, dass die [IBMundSonypräsentierenCell-Prozessor Entwicklungsgruppe des Cell-Prozessors] IBM-Sony-Toshiba ihm vor Jahren eine Beteiligung Samsungs vorgeschlagen habe. "Damals wie heute fand ich das keine gute Idee", erklärte Chin. Technisch halte er vom Cell-Chip eigentlich wenig. Dies sei aber seine persönliche Meinung als Ingenieur, nicht die Haltung seiner Regierung, betonte er.

Zur ISSCC siehe auch:

(Erich Bonnert) / (jk)