CES

Linux-Handy und Musikalisches von Motorola

Auf der CES stellte Motorola mit einem RIZR-Nachfolger und dem neuen MING zwei Handys vor, die die neue Produktlinie MOTOMUSIC bestĂĽcken.

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Schiebehandy: Das neue MOTORIZR

Der US-Konzern Motorola lässt sich von Hiobsbotschaften aus der eigenen Mobilfunksparte nicht beirren und stellte auf der Messe für Unterhaltungselektronik (CES) in Las Vegas neue Handys und Kooperationspartner vor. Freunde von Open Source wird das neue MOTORIZR Z6 interessieren. Bei dem Nachfolger des 2006 eingeführten Sliders setzt Motorola auf eine Linux/Java-Plattform und verabschiedet sich damit bei einem weiteren Modell von der klassischen P2K-Architektur. Das Unternehmen hatte im vergangenen Jahr angekündigt, Linux bei neuen Modellen der eigenen Produktfamilie verstärkt einsetzen zu wollen.

Wie beim auf der CES 2006 vorgestellten MOTOROKR E2 dreht sich auch beim neuen RIZR und dem ebenfalls vorgestellten MOTOMING EDGE alles um den mobilen Musikgenuss. Die Handys sind Teil der vom Hersteller eingeführten Produktlinie MOTOMUSIC, in der außer Handys auch Accessoires wie Bluetooth-Kopfhörer zu finden sind. Die Kooperationspartner Microsoft und Warner Music sollen jeweils zur mobilen Musikerfahrung des Motorola-Kunden beitragen. Die Redmonder sollen dafür sorgen, dass sich Musik einfach vom PC auf ein Motorola-Handy transferieren und mit dem Windows Media Player synchronisieren lässt. Von der Partnerschaft mit Warner verspricht sich der Handyhersteller interessante Inhaltepakete, weitere Vereinbarungen mit Inhalteanbietern sollen folgen.

MOTOMING: Ohne Tasten, dafĂĽr sensibel

Das in Glas und Metall gehaltene RIZR Z6 versteht sich auf die Formate Windows WMAv10 (Janus DRM), MP3, AAC, AAC+, AAC+ enhanced, AMR NB, WAV und XMF. Zum Abspielen kommen ein integrierter Player sowie der Windows Media Player 11 zum Einsatz – gemeint ist mit dem Windows Media Player die Software auf PC-Seite zur Übertragung von Musikdateien auf das Handy. Daten kommen per USB 2.0 oder Bluetooth auf den 64-MByte-Speicher, der sich mit einer MicroSD-Karte erweitern lässt. Mit der kleinen 2-Megapixel-Kamera lassen sich auch kleine Filmchen machen (MPEG4, h.263). Das übliche Kommunikationsangebot mit SMS/MMS, E-Mail, Instant Messaging und Synchronisationsmöglichkeiten mit dem PC runden das Angebot ab. Motorola gibt die Gesprächszeit mit mindestens drei Stunden an, im Standby soll das Handy 200 bis 400 Stunden durchhalten.

Die zweite Neuvorstellung MING setzt statt Windows- auf den RealPlayer. Das Handy fast ohne Tasten kommt ansonsten mit ähnlichen Ausstattungsmerkmalen daher, außer dass es EDGE für den schnellen Transfer auch größerer Dateien unterstützt. Das fehlende Tastenfeld ersetzt ein 1,5 × 2 Zoll großes Touchpad-Display, das in begrenztem auch Handschriften erkennt – nach Herstellerangaben zunächst Chinesisch. Ein internes Lexikon "spricht" die Übersetzung eines eingegebenen Wortes in ausgewählten Fremdsprachen aus. Bei einem in der Fremdsprache eingegebenen Begriff hilft das Handy bei Bedeutung und Aussprache.

Das MING soll im ersten Quartal 2007 erhältlich sein, der RIZR-Nachfolger wird bis zur Jahresmitte erwartet. Ob und zu welchem Preis die Modelle auch auf den deutschen Markt kommen, konnte Motorola noch nicht sagen. (vbr)