ISSCC: SiGe-Frequenzsynthesizer für 60 GHz

Das brandenburgische Institut für Halbleiterphysik IHP stellt ein weiteres SiGe-Design für höhere GHz-Regionen vor.

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Von
  • Andreas Stiller

Das brandenburgische Institut für Halbleiterphysik -- das inzwischen das Akronym IHP zu "innovation for high performance" umgedeutet hat -- stellt ein weiteres SiGe-Design für höhere GHz-Regionen vor. Nach einem 60-GHz-Oszillator (ISSCC 2003), Mixer, Modulator und Demodulator (ESSCC 2004) folgt nun ein PLL-Baustein (Phase Locked Loop), alles gefertigt in preiswerter SiGe-BiCMOS-Technologie in 0,25 µm. Bisher waren für solche hohen Frequenzen weitaus teurere Galliumarsenid- oder Indiumphoshid-Bausteine nötig.

Die PLL ist nur knapp 1 mm2 groß und verbraucht weniger als ein Watt. Die ersten Testmuster rasteten bei Frequenzen zwischen 53,3 und 55,7 GHz ein. Interessant ist für den Betrieb vor allem der Frequenzbereich zwischen 59 und 64 GHz, der für unlizensierten Einsatz freigegeben ist. Das IHP hofft, in diesem Bereich drahtlose Kommunikation mit 1 GBit/s und darüber hinaus zu erzielen, wobei die PLL ein weiterer, wichtiger Schritt dorthin ist. Die Grenz- beziehungsweise Transitfrequenzen der verwendeten Silizium-Germanium-Transistoren müssen dafür bei 200 GHz und mehr liegen. Als weiteres Ziel peilen die Frankfurter den Bereich um 77 GHz an -- hier wird allgemein ein großer Zukunftsmarkt für Abstandsradaranlagen in der Fahrzeugtechnik gesehen.

Das Institut aus Frankfurt an der Oder macht also auch nach dem Rückschlag mit der Chipfabrik mit der Entwicklung neuer SiGe-Designs weiter und will sich, unterstützt von deutscher und europäischer Industrie, zum europäischen Innovationszentrum für drahtlose Kommunikationstechnologien mausern. (as)