X-Fi-Soundkarte kämpft mit Tonstörungen

Besonders auf High-End-Rechnern mit zwei Grafikkarten produziert Creatives Soundkarte X-Fi in aufwendigen Spielszenen Tonstörungen und übersteuert laute Musikaufnahmen.

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Creative Labs hat zu Tonstörungen Stellung genommen, die beim Einsatz ihrer Soundkarte Soundblaster X-Fi auftreten können. Laut Creative hätten sich bisher zwar nur 0,01 Prozent der Kunden beschwert, trotzdem sah man sich bereits vor einigen Tagen genötigt, einen Beta-Patch und eine umfangreiche Analyse des Problems zu veröffentlichen.

So treten Tonstörungen auf einigen Highend-Spiele-PCs auf, deren Mainboards mit einem nForce-Chipsatz ausgerüstet sind und die mit zwei Grafikkarten, die im SLI-Modus laufen, bestückt wurden. Einige Spiele mit aufwendigen Szenen wie "Battlefield 2" würden Grafikelemente in den Hauptspeicher auslagern, sodass das Grafiksystem sehr hohe Speicherressourcen an sich binde. Soundkarten – und davon sind nicht nur die X-Fi-Karten betroffen – müssten ihre Samples jedoch im Hauptspeicher ablegen und könnten sie mangels eigenen Onboard-Speichers nicht vollständig puffern. Aufgrund des hohen Ressourcenhungers der SLI-Karten würde der Audiodatenstrom zur Soundkarte im Millisekundenbereich abreißen, sodass es zu Tonstörungen komme.

Inzwischen hat die Webseite xfi.blogspot.com einige Gegenmaßnahmen ausprobiert. Einige Mainboardhersteller böten inzwischen BIOS-Updates für ihre Mainboards an, die den Speicherzugriff verbessern. Außerdem würde es helfen, wenn man den Hauptspeicher auf 2 GByte RAM aufrüste und auf Dual-Channel-Betrieb umstelle. Einige Forumsteilnehmer hatten wohl Erfolg, indem sie ihre zweite Grafikkarte zunächst ausbauten, dann erst die Soundkarte und anschließend die Grafikkarte wieder installierten. Problematisch seien zudem per Overclocking getunte Grafikkarten. So solle man die Grafikkarten besser untertakten, um die Tonprobleme zu reduzieren. Nach diesen Lösungsansätzen sollten X-Fi-Neukunden, die ein Nforce-Mainboard mit SLI-Grafikkarten ihr Eigen nennen, besser zur etwas teureren Fatality-Version der X-Fi greifen, die 64 MByte Onboard-Speicher mitbringt.

Ein weiteres Soundproblem kann Creative aber nicht den Mainboards und Grafikkarten anlasten. So verzerrt die X-Fi mit ihren Tonverbesserungmaßnahmen "CMSS-3D" und "24 Bit Crystalizer" mitunter Musikstücke und Samples in PC-Spielen, aber auch MP3-Songs, die sehr laut ausgesteuert sind. Dieses Clipping könne man laut Creative bisher nur vermeiden, wenn man die maximale Lautstärke am Haupt- oder Wave-Regler der Soundkartensteuerung reduziere.

Immerhin verbessert der aktuelle Beta-Treiber der X-Fi das Zusammenspiel mit Titeln wie "Quake 4" und unterstützt OpenAL 1.1. Bereits Ende vergangenen Jahres waren Probleme beim Zusammenspiel der Soundkarten mit nForce4-Mainboards aufgetaucht. (hag)