Mehr Geld für Hurrikan-Vorhersage gefordert
Die US-Regierung müsse mehr Geld in die Hurrikan-Vorhersage investieren, um unnötige und teure Evakuierungsmaßnahmen zu vermeiden, meint Alexander E. MacDonald, Direktor der Wetterprognoseabteilung der National Oceanic and Atmospheric Administration.
Die Evakuierung der texanischen Metropole Houston war chaotisch und teuer -- und letztlich unnötig, weil der Hurrikan Rita die Stadt verschont hat. Die Geschichte offenbart das Dilemma der Verantwortlichen: Wenn ein Hurrikan innerhalb der nächsten 48 Stunden an einem bestimmten Punkt erwartet wird, beträgt die Wahrscheinlichkeit, dass der Wirbelsturm tatsächlich diese Route nimmt, nur 25 Prozent. Würde man ausharren, bis die Vorhersage wenigstens mit 50 prozentiger Wahrscheinlichkeit eintritt, wäre es zu spät zu fliehen.
Alexander E. MacDonald, Direktor der Wetterprognoseabteilung der US- Forschungsbehörde National Oceanic and Atmospheric Administration (NOAA), spricht im Interview mit Technology Review aktuell über die Computermodelle, mit denen die US-Regierung derzeit den Verlauf von Wirbelstürmen wie Rita vorhersagt. Diese Modelle orientierten sich derzeit noch an zu großen Wettersystemen, so MacDonald. Es brauche präzisere Modelle, mehr Input-Daten und mehr Rechenleistung für eine wirklich leistungsfähige Hurrikan-Vorhersage: "Derzeit stecken ungefähr 50 Millionen Dollar in den Hurrikan-Zentren und den Modellen. Es handelt sich hier aber um ein außergewöhnliches Problem, das, wie beispielsweise bei Katrina, 100 Milliarden Dollar kosten kann. Sobald das den Leuten klar wird, werden sie verstehen, dass sich ein paar zusätzliche 100 Millionen Dollar im Jahr schnell auszahlen."
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