CSU grĂĽndet virtuellen Verband
Die Partei von Verbraucherschutzministerin Aigner sieht bei sich in Sachen Netzpolitik einigen Nachholbedarf. Ein soziales Netzwerk soll bei der Erarbeitung fundierter Positionen helfen.
"Netzpolitik hat ein neues Zuhause", betitelt die CSU ihre Pressemitteilung zur Gründung eines virtuellen Verbandes. Im CSUnet können sich Parteimitglieder, aber auch sonstige Interessierte grundsätzlich zu allen politischen Themen austauschen. Ein Schwerpunkt soll auf netzpolitische Fragestellungen gelegt werden. CSU-Politikerin Dorothee Bär, die zur Vorsitzenden des virtuellen Verbandes gewählt wurde, sieht in ihrer Partei Nachholbedarf zum Thema Netzpolitik: "Als CSU müssen wir uns auf diesem Gebiet stärker bemerkbar machen."
Man müsse Antworten finden auf Fragestellungen etwa zu Vorratsdatenspeicherung, Netzneutralität, Datenschutz, Medienkompetenz oder Open Gouverment. Neben Diskussionen innerhalb des CSUnet sollen dazu auch Plattformen wie Twitter und Facebook genutzt werden. Mit dem sozialen Netzwerk bestreite die Partei auch formal neue Wege, so sei bei der konstituierenden Mitgliederversammlung mit iPods abgestimmt worden.
Die Anmeldung beim CSUnet ist für Parteimitglieder kostenlos, alle anderen sollen 20 Euro jährlich bezahlen. Die CSU-Schwesterpartei CDU verfügt bereits seit längerem über eine Online-Mitgliederplattform. Das CDUnet kam zuletzt in die Schlagzeilen, weil durch eine Sicherheitslücke mehrere Tausend Datensätze von Mitgliedern den Weg in die Öffentlichkeit fanden. (jh)