Leitung aus Kohlenstoff-Nanoröhrchen

US-Forscher haben aus Nanoröhren ein Kabel gefertigt, dessen elektrische Eigenschaften es mit Kupfer aufnehmen können.

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Von Kohlenstoffnanoröhren werden seit ihrer Entdeckung 1991 wahre Wunder erwartet. Eines ist das perfekte Stromkabel, weil das Röhrenmolekül Strom zehnmal besser als Kupfer leitet und dabei viel leichter ist. In der Praxis erwies sich die Verarbeitung von Nanotubes zu funktionstüchtigen Kabeln jedoch bislang als schwierig. Nun haben Forscher der Rice University in Houston, Texas, das Kunststück vollbracht, berichtet Technology Review in seiner Online-Ausgabe: Sie arbeiten bereits an einem Verfahren, um den neuen Kabeltyp in Massen zu produzieren.

Das Problem war bislang, dass beim Bündeln der Nanoröhren zu einem Kabel von der phantastischen Leitfähigkeit der einzelnen Moleküle nicht viel übrig blieb. Nach jahrelanger Tüftelei haben die Materialwissenschaftler Pulickel Ajayan und Enrique Barrera nun eine Lösung gefunden: Vorbedingung ist die Wahl der richtigen Nanoröhrenform. Denn abhängig von der Geometrie der Kohlenstoffatome, die in Sechsecken angeordnet sind, und der Anzahl der Röhrenwände unterscheiden sich die mechanischen und elektrischen Eigenschaften erheblich. Die Rice-Forscher entschieden sich schließlich für lange, zweiwandige Nanotubes, die an der Tshinghua-Universität in Peking produziert werden.

Pulickel Ajayan will sich mit dem Erreichten allerdings noch nicht zufrieden geben. Bislang hätten sie den Stromfluss nur für kurze Entfernungen unter Netzspannung getestet. Zum einen müssten Tests für Überlandleitungen folgen, zum anderen wollten sie die Kabel weiter verbessern, sodass sie Strom noch besser leiten als Kupfer, so Ajayan. Das könnte mit einwandigen Nanotubes gelingen. Die sind in der Herstellung allerdings deutlich teurer als mehrwandige Nanoröhren.

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(bsc)