US-Copyright-Verband fordert stärkere Überwachung Russlands
Der US-Lobby-Verband IIPA bezeichnet in einem nagelneuen Bericht Russland als das Land mit einem der wohl gravierendsten Urheberrechtsprobleme weltweit.
Der US-Lobby-Verband International Intellectual Property Alliance (IIPA) bezeichnet in einem nagelneuen Bericht Russland als das Land mit einem der wohl gravierendsten Urheberrechtsprobleme weltweit. Im Jahre 2004 soll dort der Anteil der Raubkopien bei 80 Prozent gelegen haben, was zu einem Schaden von über 1,7 Milliarden US-Dollar geführt haben soll. Der Verband, der nach eigenen Angaben rund 1300 Firmen vertritt, die urheberrechtlich geschütztes Material produzieren und vertreiben, erwähnt als eklatantes Beispiel einer "ungeheuerlichen Situation" die Website allofmp3.com und verlinkt diese in einer Pressemitteilung sogar. Obwohl die russische Regierung aufgefordert sei, ihre Copyright-Gesetze wirkungsvoll durchzusetzen, habe man in der Vergangenheit nur wenige Fortschritte erzielt. Die Piraterie setze sich unvermindert im eigenen Land fort und Exporte überschwemmten Ost- und West-Europa.
Die IIPA hat bereits zwei weitere Länder in der höchsten Beobachtungsstufe: Pakistan und die Ukraine. Beide Länder befinden sich zusammen mit Russland ganz oben auf eine Liste, die der US-Handelsbeauftragte Robert Zoellick gestern von der IIPA bekommen hat. Einträge in dieser Liste können zu Handelssanktionen führen. Insgesamt erwähnt die IIPA 67 Länder, bei denen sie die Handhabung von Copyright geschütztem Material bemängelt. Weltweit soll dabei ein Schaden von 25 bis 30 Milliarden US-Dollar im vergangenen Jahr entstanden sein.
Dieser Beitrag enthielt im Original einen Link auf die russische Musik-Downloadplattform AllofMP3. Die Musikindustrie hatte gegen AllofMP3 eine einstweilige Verfügung vor dem Landgericht München I erwirkt, im dem AllofMP3 untersagt wird, nach deutschem Urheberrecht geschützte Aufnahmen im Web zum Download bereitzustellen. Aufgrund der Entscheidung des OLG München in dem Verfahren der Musikindustrie gegen Heise sieht der Verlag derzeit juristisch keine Möglichkeit, den Link weiter anzubieten. Der Heise Zeitschriften Verlag bedauert diese erhebliche Einschränkung der Pressefreiheit. (mw)