Push-to-talk (PoC) für Handy-Netze besteht Interoperabilitätstests

Nach netzübergreifenden Testreihen und mit Handys von 22 Herstellern hat die Open Mobile Alliance (OMA) OMA PoC 1.0 zur "Approved Enabler Release" erhoben. Damit steigt das Nutzerpotenzial für den Walkie-Talkie-ähnlichen Dienst erheblich.

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Von
  • Sven-Olaf Suhl

Die Herstellervereinigung Open Mobile Alliance (OMA), die sich zum Ziel gestellt hat, die Interoperabilität von Diensten in Mobilfunknetzen verschiedener Betreiber und Ausrüster zu verbessern, vermeldet einen Durchbruch bei Push-to-Talk over Cellular (PoC). Dank PoC können Nutzer von zum Beispiel GPRS-fähigen Handys Gespräche ähnlich wie mit einem Walkie-Talkie führen. Der Gesprächsaufbau erfolgt bei enstprechend ausgerüsteten Endgeräten mit einem einzigen Tastendruck – neben One-to-one-Gesprächen sind auch Gruppenrufe (one-to-many) möglich. Da die Sprachinformationen als Datenpakete übertragen werden, verspricht PoC Kosteneinsparungen gegenüber herkömmlichen Handytelefonaten. Wie VoIP setzt auch PoC auf dem Session Initiation Protocol (SIP) auf.

Allerdings ist PoC noch längst nicht in jedem Handynetz implementiert. Verfügbare Angebote sind noch häufig in der Testphase und auf Nutzer eines einzigen Netzes beschränkt. In Deutschland hatte T-Mobile Ende 2004 PoC als erster deutscher Anbieter gestartet – jedoch kann nur ein Teil der Nutzer des T-Mobile-Netzes via PoC kommunizieren, da das PoC-Angebot der Bonner auf einem proprietären Standard von Nokia basiert.

Vor einem Jahr definierte die OMA eine hersteller- und netzwerkübergreifende Version namens OMA PoC 1.0. Diese erhielt vor Kurzem mit der Zusatzbezeichnung "Approved Enabler Release" (AER) nun ihren Ritterschlag. Die Enabler Release Definition for Push-to-Talk over Cellular ist nun bei der OMA zugänglich (PDF-Datei, 21 Seiten).

Dem Ritterschlag zur OMA PoC 1.0 AER gingen zwischenzeitlich ausgiebige Testreihen ("Testfests") voraus, die der OMA zufolge 22 verschiedene Implementierungen dieses PoC-Standards auf Endgeräteseite, Serverapplikationen von acht verschiedenen Herstellern und international angelegte Probeläufe zwischen bis zu elf PoC-fähigen Mobilfunknetzen unterschiedlicher Betreiber und Ausrüster umfassten. Dank PoC-Implementierungen für ganze Gerätefamilien, wie eine Motorola-Entwicklung, die sich herstellerübergreifend auf Mobiltelefonen mit Symbian OS und der Nokia-Plattform Series 60 oder der Umgebung des schwedischen Entwicklers UIQ einsetzen lassen soll, ist mit einer zunehmenden Verbreitung PoC-fähiger Endgeräte zu rechnen. (ssu)