Immersion verbessert Gamepad-Vibrationen
Mit neuer Motorentechnik sollen Joysticks und Gamepads zukünftig noch feinfühliger vibrieren, ohne dass Bewegungssensoren gestört werden.
Immersion hat seine Vibrationstechnik Touchsense für Joysticks und Gamepads verbessert. Statt bisher mit zwei Unwuchtmotoren kommt das neue System mit einem Motor aus, wodurch nicht nur Platz und Gewicht, sondern auch Kosten und Energieverbrauch gespart werden – wichtig für kabellose Gamepads, die mit Batterien oder einem Akku laufen. Trotzdem sollen Vibrationen noch realistischer als bisher ausfallen. Die Programmierumgebung Immersion Studio ermögliche eine einfache Integration neuer Effekte, die besser als bisher mit dem Bildschirmgeschehen synchronisiert werden und sehr kurze und präzise Rüttler ermöglichen sollen. Gamepads mit den neuen Motoren seien jedoch abwärtskompatibel und würden auch Vibrationsbefehle älterer Titel adäquat umsetzen.
Besonders betont Immersion, dass das neue System mit Bewegungssensoren kompatibel sei, wie Sony sie im Gamepad für die kommende Playstation 3 einsetzen will. Da die Vibrationen eine deutlich höhere Frequenz als menschliche Bewegungen haben, könnten sie leicht ausgefiltert werden. Noch im Mai hatte Sony bei der Vorstellung des neuen PS3-Controllers behauptet, ein Vibrationsmotor würde den Bewegungssensor stören.
Doch offenbar ist Sonys Verzicht auf Vibrationsmotoren eher politisch als technisch begründet. Im März 2005 hatte ein US-Gericht Sony wegen Patentverletzungen zu einer Schadensersatzzahlung von 90 Millionen US-Dollar an Immersion verurteilt. Im noch laufenden Berufungsverfahren erlitt Sony erst im März 2006 einen herben Rückschlag, als eine Aussage gegen Immersion nicht zugelassen wurde, weil Sony dem Zeugen zuvor 150.000 US-Dollar gezahlt hatte.
Microsoft hatte sich bei einer ähnlichen Patentklage 2003 eleganter aus der Affäre gezogen und kurzerhand knapp neun Prozent der Immersion-Aktien gekauft und dem damals klammen Force-Feedback-Entwickler mit 9 Millionen US-Dollar unter die Arme gegriffen. So dürfte man die neue Touchsense-Technik wohl zuerst in Gamepads von Microsoft für die Xbox 360 oder Windows Vista zu spüren bekommen. Konkrete Produktankündigungen stehen allerdings noch aus. (hag)