AMD-Kundschaft wartet auf Modellwechsel bei CPUs
Dem Gesamtmarkt für Prozessoren geht es gut. Bei AMD wartet die Kundschaft aber auf die neuen FX-CPUs, hier könnte der Absatz besser laufen. Für die kommenden Wochen erwartet die Branche wachsenden Bedarf, aber auch steigende Preise.
Für die gefragten CPUs i5 2500K und i7 2600K muss der Handel wieder rund fünf Prozent mehr ausgeben.
Dem Prozessor-Markt geht es zurzeit richtig gut. Nachdem die Branche gut in das zweite Halbjahr gestartet ist, wird auch das dritte Quartal einen positiven Abschluss finden – zumindest auf Intel-Seite. Der Absatz von AMD-CPUs ist zuletzt etwas eingebrochen. Viele Endverbraucher warten hier bereits auf das Erscheinen der neuen FX-Chips.
Dies spiegelt sich auch im heise resale Preisradar wider. Intel belegt im Ranking aktuell die vordersten neun Plätze. Erst auf Rang 10 reiht sich AMD mit dem Opteron 4170HE (151,02 Euro) ein. Der meistgesuchte Prozessor ist in dieser Woche Intels i7-990X Extreme Edition (838,01 Euro, KW 30/11: 831,76 Euro). Der durchschnittliche Angebotspreis im Onlinehandel bewegt sich leicht nach unten und beträgt in der KW 38 rund 160 Euro (brutto).
"Das CPU-Geschäft ist in den Monaten August und September traditionell von einer hohen Nachfrage geprägt und läutet für uns bereits ein traditionell starkes viertes Quartal ein", erklärt Markus Harbach, Leiter Einkauf bei Wave Computersysteme, gegenüber heise resale.
"Bei Intel verzeichnen wir durchweg ein akzeptables Geschäft mit allen gängigen Sandy-Bridge-Prozessoren, allerdings ist die Verfügbarkeit punktuell eingeschränkt", ergänzt Frank Borkowski, Produktmanager CPU im Einkauf bei Devil. "Bei AMD verläuft die Markteinführung der APUs tendenziell zögerlicher als erwartet. Die Verfügbarkeit der AMD X2-, X3- und X4-Prozessoren ist aktuell knapp." Bedingt durch wechselhafte Verfügbarkeiten und schwankende Wechselkurse tendieren hier auch die Preise uneinheitlich.
Dollar beeinflusst weiter die Preisentwicklung
Der HEK hält optisch ein stabiles Niveau, allerdings kaschiert der Dollar-Kurs den eigentlichen Preisverfall.
Wobei der Preis nach wie vor das entscheidende Kriterium beim CPU-Kauf ist: "Dicht gefolgt von der Verfügbarkeit", konstatiert Peter Zorn, Leiter Einkauf bei B.Com Computer. "Die Kreditklemme im Euroraum hat den Euro kürzlich geschwächt und den Dollar steigen lassen – um bis zu sieben Prozent. Das hat sich natürlich auf die Preise für CPUs ausgewirkt, die deutlich gestiegen sind. Solange die Themen Griechenland und Italien die Wirtschaft im Euroraum beschäftigen, ist wohl nicht mit einem positiven Einfluss des Dollar-Kurses auf die CPU-Preise zu rechnen."
Im HEK wurden Intel-Chips im Vergleich zur KW 30 Ende Juli zwischen nicht ganz fünf und bis zu elf Prozent teurer. AMD-Prozessoren verteuerten sich nur um bis zu fünf Prozent, vereinzelt tendieren die Kurse aber auch nach unten, wie beispielsweise beim Phenom II Quad X4 965, den Wiederverkäufer um knapp vier Prozent günstiger beziehen können.
Die meistverkauften Modelle sind, wie auch in den letzten Monaten, Intels Sandy-Bridge-CPUs Core i5-2500K und Core i7-2600K sowie das Einsteigermodell i3-2100. "Ältere Sockel wie 775 oder 1156 spielen nur noch eine untergeordnete Rolle", erläutert Devil-Manager Borkowski. "Auch wenn derzeit punktuell knapp verfügbar, sind die AMD-Serien X2/X3/X4 sehr gut nachgefragt. Von der A8-Serie erwarten wir gute Impulse, denn viele Händler warten bereits darauf."
Eine Kaufzurückhaltung ist trotz Euro-Krise und Rezessionsängsten nicht zu spüren. "Bedingt durch den starken Dollar-Wechselkurs sind die Preise bei den CPUs um drei bis fünf Prozent gestiegen", sagt Wave-Manager Harbach. Ein Trend, der sich vermutlich fortsetzen werde. Bei AMD-Chips mit Sockel AM3 sollten Reseller mit einer sich verschlechternden Verfügbarkeit rechnen, da sich AMD vor allem auf die Einführung der FX-CPUs mit Sockel AM3+ konzentriert.
Jahresendgeschäft: Belebung durch neue Modelle
Allgemein rechnet die Distribution mit weiter steigenden Absätzen. Vor allem die neuen FX-Prozessoren von AMD sollen den Markt zusätzlich beleben. "Im offenen Markt sehen wir, bedingt durch teils eingeschränkte Verfügbarkeiten, steigende Preise bei AMD X2, X3 und X4", meint Devil-Manager Borkowski. "Seitens Intel wird die nächste CPU-Generation, sowie der Nachfolger der i7-9xx-Reihe für den Performance-Bereich, mit Spannung erwartet."
Bei der Preisbeobachtung unterstützten uns:
Also-Actebis
B.com Computer AG
CTT AG
Devil AG
Ingram Micro GmbH
"Wir rechnen in den kommenden Wochen mit einer weiterhin guten Nachfrage, stabilen Preisen und unverändert guter Produktverfügbarkeit", betont Florian Gerken, Senior Manager Components bei Ingram Micro Distribution. "Wir gehen zudem von einer steigenden Nachfrage nach energieeffizienteren Prozessoren, wie Sandy-Bridge-Produkten, aus." (map)