Zum Feiertag

Wenn Sie sich heute auf dieser Seite herumtreiben, sollten Sie wahrscheinlich über Ihr Verhältnis zur Arbeit nachdenken.

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Wenn Sie sich heute auf dieser Seite herumtreiben, sollten Sie wahrscheinlich über Ihr Verhältnis zur Arbeit nachdenken. Aber ich will nicht undankbar sein - wir brauchen ja die Klickzahlen - und kann vielleicht an dieser Stelle nicht nur unterhaltsames, sondern auch nützliches für den Alltag beitragen:

Der Psychologe Robert Epstein hat nämlich in einem Beitrag für den aktuellen Scientific American (How to fight a frazzled Mind) vier Fähigkeiten aufgelistet, die seiner Meinung nach essentiell für die Bewältigung von Stress sind. Dazu gehören nicht nur die sattsam bekannten Entspannungstechniken (Meditation, Atemtechniken, Muskeln bewusst anspannen und und dann wieder loslassen) und die Gedankenkontrolle (Think positive, Situationen später im Geist noch einmal durchgehen und neu bewerten), sondern auch - und zwar ganz wesentlich - das Quellmanagement (Ressourcenpflege: Läuft mein Computer tatsächlich, kann ich mit meinem Handy wirklich arbeiten? Habe ich einen hinreichend großer Schreibtisch?) und die Arbeitsplanung (Terminüberschneidungen vermeiden, Prioritäten setzen, klare, verbindliche Ziele definieren und Zeit zwischen Meetings einplanen).

Epsteins Credo: Stressbewältigung kann man lernen. Nun ist das alles nicht wirklich neu, und kein Hexenwerk. Spannend an dem Text waren aber zwei Passagen: Zum einen hat Epstein das Stressbewältigungsvermögen leitender Angestellter mit einem kleinen Fragebogen getestet. Und dabei gravierende Mängel vor allem auf der proaktiven Seite festgestellt: Viele, die schon mal ein entsprechendes Seminar mitgemacht haben, wussten zwar, wie man sich entspannt. Aber sie wussten nicht, wie man Stress vermeiden könnte.

Richtig bemerkenswert fand ich dann aber am Schluss die lapidare Forderung, schon Kinder müssten diese Techniken lernen - bevor der Stress im Leben richtig zunimmt. Das ist zwar folgerichtig, aber trotzdem Quatsch - und ziemlich gruselig: Wenn ich mir vorstelle, wie eine ganze Generation von Schülern heranwächst, die bereits von Kindesbeinen an gelernt haben, völlig sinnfrei alle Anforderungen außen im übertakteten, hochverdichteten Rhythmus des modernen Arbeitslebens abzuarbeiten, wird mir richtig schwummerig zu mute. Am besten, ich gehe jetzt erst mal in den Garten …. (wst)