Sun sponsert Geo-Rechenzentrum
Das neue Zentrum für Computational Earth and Environmental Sciences (CEES) der Stanford University wurde mit einer Sach- und Geldspende von Sun Microsystems in Höhe von drei Millionen Dollar aus der Taufe gehoben.
- Steffan Heuer
- Dr. Wolfgang Stieler
Die Universität Stanford hat nach einem halben Jahr Testphase ein neues Zentrum für Computational Earth and Environmental Sciences (CEES) eingeweiht, das einen interdisziplinären und lukrativen Brückenschlag zwischen Naturwissenschaftlern, Informatikfirmen und Energiekonzernen herstellen soll. Das neue Rechen- und Simulationszentrum auf dem Campus in Silicon Valley wurde mit einer Sach- und Geldspende von Sun Microsystems in Höhe von drei Millionen Dollar aus der Taufe gehoben. Im Aufsichtsgremium des neuen Zentrums sitzen jedoch auch Energieriesen wie Chevron und BP. Von Regierungsseite aus ist die US Geological Survey (USGS) beteiligt.
Das neue Geo-Rechenzentrum ist ein wichtiges Aushängeschild für Sun: Die Stanford-Installation wird im Unterschied zum sonst üblichen "High Performance Computing" als "High Productivity Technical Computing" (HPTC) bezeichnet – der Unterschied zwischen Productivity und Performance vor allem mit der Verlässlichkeit zu tun hat, so der Leiter der Anlage, Dennis Michael. "High Performance ist oft das Neueste vom Neuen, aber nicht unbedingt die produktivste oder stabilste Technik. Unser Ziel ist, dass die Rechner so lange, wie möglich, ohne Probleme laufen, um die Jobs durchzuziehen."
Dank einer Partnerschaft mit der USGS können Forscher an Stanford auf umfangreiche, nicht in Firmen-Safes verschlossene Daten zugreifen, die weit über die sonst in der Industrie üblichen Modelle für kleinere Parzellen hinausgehen. Die USGS plant denn auch, an der Stanford University gemeinsam mit Energiefirmen ein Ausbildungsprogramm mit eigenem Lehrstuhl für die "Modellierung von Petroleum-Systemen" einzurichten. Die nötige Software namens PetroMod steuert die deutsche Firma Integrated Exploration Systems (IES) aus Aachen bei. Was einen kommerziellen Nutzer sonst um die 200.000 Dollar für eine einzige Lizenz kostet, so IES-Geologin Carolyn Lampe, können künftig Dutzende von Studenten und Dozenten an Stanford kostenlos benutzen. "Und sie können ausnahmsweise über die Daten und Modelle reden, weil die Forschung öffentlich ist."
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(Steffan Heuer) / (wst)