Toshiba zahlt beim HD-DVD-Player drauf

Um sich frühzeitig Marktanteile zu sichern und im Rennen um den DVD-Nachfolgestandard die Nase vorn zu behalten, subventioniert der japanische Hersteller seinen HD-A1-Spieler überdurchschnittlich, sagen die Marktforscher von iSuppli.

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Bei einem Verkaufspreis von 500 US-Dollar, zu dem Toshiba seinen ersten HD-DVD-Spieler HD-A1 seit April in den USA anbietet, zahlt der Hersteller deutlich drauf. Das haben die Analysten vom Marktforschungsunternehmen iSuppli ausgerechnet.

In einer Kalkulation der Materialkosten kommen die Analysten auf eine Summe von 674 US-Dollar. Der HD-A1 sei als erstes Gerät der HD-DVD-Serie zudem noch mit zahlreichen Komponenten ausgestattet, die nicht für den Einsatz in Unterhaltungselektronik optimiert sind. Das betreffe beispielsweise die CPU, einen Pentium-4-Prozessor von Intel, die HD-Videodekoder BCM7411 von Broadcom sowie vier ADSP-2126x SHARC DSPs von Analog Devices. Allein für diese Halbleiter setzten die iSuppli-Analysten Ausgaben in Höhe von 137 US-Dollar an. Hinzu kommen weiterhin rund 125 US-Dollar für die eingebauten Speicherchips, darunter beispielsweise ein 1 GByte DRAM-DIMM von Hynix. Unberücksichtigt bleiben dabei noch die Kosten für die Fertigung des Spielers, Tests, Kabel, die Fernbedienung sowie Verpackung. Nach Einschätzung von iSuppli müsse Toshiba den HD-A1 daher für mindestens 700 US-Dollar anbieten, um keine Verluste zu machen.

Eine derart hohe Subvention bei der Einführung neuer Hardware sei bisher nur im Bereich von Mobiltelefonen oder Spielkonsolen üblich gewesen, resümieren die Analysten. Chris Crotty, bei iSuppli für Unterhaltungselektronik verantwortlich, ist überzeugt, dass Toshiba sich mit dem HD-A1 um jeden Preis frühzeitig Marktanteile sichern will. Denn im Wettstreit mit dem konkurrierenden Blu-ray-Standard hat der japanische Hersteller noch die Nase vorn.

Während eine endgültige Spezifikation für den Kopierschutz in den DVD-Nachfolgestandards näher rückt, bleibt offen, welche Technologie – HD DVD oder Blu-ray – sich langfristig durchsetzen wird. Eine diesbezügliche Prognose wagen auch die Analysten von iSuppli nicht. Sie sind aber sicher, dass dieses Marktsegment den Herstellern ein überdurchschnittliches Wachstum verspricht. Für 2006 rechnet iSuppli mit einem Absatz von rund 1,5 Millionen Geräten, bis 2010 soll die Zahl auf über 65 Millionen ansteigen. Anders als beim Wettstreit unter den Consumer-Videosystemen, bei dem es klare Fronten gab, erwarten die Marktforscher, dass einzelne Hersteller noch in diesem Jahr Geräte anbieten werden, die sowohl HD-DVDs als auch Blu-ray-Medien lesen können. (map)