Günstige Internet-Telefonate mit WLAN-Smartphones
Eteleon bietet einen Mobilfunkvertrag in Kombination mit preiswerter Internet-Telefonie über WLAN-Netzwerke und Hotspots an; als Mobilgeräte kommen die VoIP-fähigen E-Series-Smartphones von Nokia zum Einsatz.
Der Münchner Mobilfunk-Reseller Eteleon hat einen Mobilfunkvertrag mit einem Angebot für Voice-over-IP-Telefonie (VoIP) kombiniert, mit dem man über WLAN-Hotspots und das SIP-Protokoll für 1,5 Cent pro Minute ins Festnetz telefonieren kann. Internet-Telefonate in die deutschen Mobilfunknetze sollen rund 18 Cent pro Minute kosten. Dabei will Eteleon von der ersten Sekunde ab sekundengenau abrechnen. Auch Anrufe zu ausländischen Festnetzanschlüssen kosten meist nur einstellige Cent-Beträge. Wer über Hotspots telefoniert, muss jedoch die WLAN-Zugangskosten hinzurechnen. Als Verschlüsselung kommt WEP (Wired Equivalent Privacy) zum Einsatz, das jedoch angreifbar ist und nur in privaten Netzen Sinn macht, da öffentliche Hotspots in der Regel ohne Verschlüsselung arbeiten.
Der Provider koppelt das VoIP-Angebot mit einem normalen Mobilfunkvertrag von T-Mobile (Telly Basic: 5,95 Euro Grundgebühr plus 5 Euro Mindestumsatz) oder Debitel (ebenfalls T-Mobile-Netz, keine Grundgebühr, aber 15,95 Euro Mindestumsatz). Anders als in der Pressemitteilung von Eteleon angegeben, muss der Kunde mit zwei Rufnummern hantieren: Fürs WLAN gibt es eine Festnetznummer, fürs Mobilfunknetz eine Mobilnummer. Will man trotzdem unter einer Rufnummer erreichbar sein, fallen zusätzliche Weiterleitungsgebühren an.
Bei den Gebühren treten die Unterschiede zwischen VoIP- und Mobilfunk-Angebot deutlich zutage: Im Mobilnetz fallen mit bis zu 70 Cent pro Minute die für den gewählten Tarif üblichen Kosten an. Auch taucht die erste Gesprächsminute stets voll auf der Rechnung auf. Während T-Mobile danach sekundengenau abrechnet, rundet Debitel auf die nächsten 30 Sekunden auf.
Für den Mobilfunk-Teil des Angebots erhält der Kunde eine normale Rechnung, das VoIP-Angebot wird vom Internet-Telefonie-Anbieter dus.net auf Guthaben-Basis abgerechnet. Immerhin lässt sich das VoIP-Guthaben per Lastschriftverfahren automatisch aufladen.
Als Endgeräte bietet Eteleon die WLAN- und VoIP-fähigen E-Series-Smartphones von Nokia an, deren SIP-Clients sich von Haus aus nur mit bestimmten IP-Telefonanlagen von Cisco und anderen Herstellern verstehen. Der Provider liefert die Mobiltelefone mit angepasstem Client und für den dus.net-Dienst vorkonfiguriert aus. Das Modell E60 gibt es bei Vertragsabschluss dank der Kopplung mit zwei Verträgen gratis. Damit bietet Eteleon zwar eine erste SIP-Lösung für die VoIP-Smartphones von Nokia an, unterbrechungsfreie Wechsel zwischen den Funknetz-Welten und eine zentrale Rufnummer wird es wohl erst mit UMA-Handys (Unlicensed Mobile Access) geben. (rop)