Expansionshunger von Sistema ungestillt

Nach dem Scheitern der Verhandlungen über eine Beteiligung an der Deutschen Telekom hat der russische Mischkonzern nun offenbar Telecom Italia ins Visier genommen.

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Von
  • Peter-Michael Ziegler

Der jüngst wegen eines möglichen Einstiegs bei der Deutschen Telekom in die Schlagzeilen geratene russische Mischkonzern AFK Sistema ist weiter auf Expansionskurs. Im Mittelpunkt des Interesses steht jetzt offenbar Telecom Italia. "Wir haben in der Tat Interesse an dem Unternehmen, aber bislang wurde noch nichts vereinbart", sagte Sistema-Präsident Alexander Gontscharuk der russischen Zeitung Kommersant. Telecom Italia erwirtschaftete im Jahr 2005 mit 86.000 Mitarbeitern rund 30 Milliarden Euro Umsatz und erzielte einen Nettogewinn von 3,2 Milliarden Euro. In Deutschland ist der Konzern durch die Tochter HanseNet vertreten und hatte kürzlich das deutsche Internetzugangsgeschäft von AOL gekauft.

Nach dem Scheitern der Verhandlungen über eine Beteiligung an der Deutschen Telekom hatte Sistema über die Tochter Comstar OTS zuletzt 1,3 Milliarden US-Dollar für eine 25-Prozent-Beteiligung an der größten russischen Telekommunikationsholding Svyazinvest gezahlt. Svyazinvest kontrolliert sieben große russische Festnetz-Provider, darunter Rostelekom, Nord-West Telekom und Uralsvyazinform. Die restlichen 75 Prozent hält der russische Staat. In Comstar sind alle Festnetzaktivitäten des Sistema-Konzerns gebündelt, der im Geschäftsjahr 2005 Umsätze in Höhe von 7,6 Milliarden US-Dollar erwirtschaftete und einen Nettogewinn von 534 Millionen US-Dollar auswies. (pmz)