Das wahrscheinlich billigste Handy der Welt
Unternehmen präsentieren auf der 3GSM World in Cannes Handys zum Sparpreis.
Um mehr Menschen in Entwicklungsländern Zugang zur Telekommunikation zu ermöglichen, möchte die GSM Association den Preis von Handys auf unter 30 Dollar (rund 23 Euro) drücken. Motorola hat mit dem C114 die erste Ausschreibung der GSMA gewonnen. Das mit knapp 40 Dollar wohlfeile Gerät hat auf der 3GSM World in Cannes viel Aufmerksamkeit bekommen. Doch auf einem kleinen Stand war ein noch billigeres Gerät ausgestellt: Das HOP1803 von Hop-On Wireless. Zum Messepreis von gerade 36 Dollar (ab 10.000 Stück) dürfte es das billigste Handy der Welt sein.
Das HOP1803 ist ein Dual-Band-Gerät (900 und 1800 MHz), dessen Lithium-Ion-Akku (600 mAh) vier Stunden Sprechzeit beziehungsweise 150 Stunden Standby ermöglichen soll. Es ist in mehreren Sprachen verfügbar, unterstützt SMS und wird mit 15 Klingeltönen sowie vier Spielen ausgeliefert. Im Telefonbuch können 50 Einträge hinterlegt werden, das LC-Display wird orange beleuchtet. Während Motorola mit dem C114 bereits im ersten halben Jahr der Produktion sechs Millionen Stück ausliefern und allein damit ein Prozent des Weltmarktes erobern möchte, backt Hop-On kleinere Brötchen. Mit der gesamten Mobiltelefon-Palette wird ein Weltmarktanteil von zwei Prozent angestrebt.
Im Programm sind auch tatsächlich sehr kleine "Brötchen", so ist etwa das HOP 1850 trotz integrierter 1,3 Megapixel Kamera nur 15 mm dünn. Das kürzeste Modell HOP 1817 misst samt Antenne 76 mm, die leichtesten HOP-Mobiltelefone bringen gerade 63 Gramm auf die Waage. In Arbeit sind unter anderem ein 3G-Apparat sowie ein Modell, das den von der GSMA angestrebten Preispunkt von 30 Dollar erreicht. Entsprechen will sich Hop-On an künftigen Ausschreibungen beteiligen. Das kalifornische Unternehmen ist auch als Entwickler des ersten Wegwerfhandys der Welt bekannt, das nach anfänglicher Einstufung als Terroristenwerkzeug 2002 doch noch grünes Licht bekommen hatte. (Daniel AJ Sokolov) (uk)