Manhattan: Supraleiter im Stromnetz
Der New Yorker Energieversorger Con Ed will bis 2010 erstmals Trafostationen mit verlustfrei arbeitenden Leitungen verbinden.
Insgesamt 39 Millionen Dollar investiert der wichtigste New Yorker Stromanbieter Con Ed zusammen mit dem US-Heimatschutzministerium, um erstmals die Supraleitertechnologie in seinem Stromnetz auszutesten. Eine Pilotanlage soll in den nächsten Jahren entstehen und zwei signifikante Transformatorenstationen in Manhattan miteinander verbinden, berichtet das Technologie-Magazin Technology Review online. Ziel ist eine neuartige Backup-Lösung, die auch bei Terroranschlägen greift: Fällt eine wichtige Station aus, übernimmt eine andere sofort.
Supraleiter übertragen Strom nahezu ohne Widerstandsverluste. Problematisch ist allerdings, dass sie gut gekühlt werden müssen. Con Ed setzt deshalb auf so genannte Hochtemperatur-Supraleiter, die vom Anbieter American Superconductor stammen. Sie arbeiten auch noch bei Temperaturen um 90 Kelvin (-183,15 Grad Celsius), was bedeutet, dass sie sich verhältnismäßig unkompliziert mit flüssigem Stickstoff kühlen lassen.
Aktuell befindet sich das so genannte "Project HYDRA" allerdings noch in einer Aufbauphase. "Wir müssen es entwickeln, bauen, Testprotokolle bestimmen, Prototypen herstellen, die Daten analysieren und dann Spezifikationen für die Installation entwickeln", erläutert der zuständige Con Ed-Projektingenieur Steve Kurtz. Dies soll in den nächsten drei Jahren geschehen. Geht alles gut, läuft die erste Pilotstrecke im Jahr 2010.
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(bsc)