Karriere 2.0

Ein guter Ruf im Internet kann die Karriere entscheidend beeinflussen. Sich online gar nicht darzustellen, ist deshalb keine Option mehr.

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Von
  • Marzena Sicking

Wer sich bei einer Firma bewirbt, muss damit rechnen, dass der künftige Chef auch das Internet nach dem Bewerber durchforstet. Dass man deshalb auf freizügige Fotos, offen geführte Auseinandersetzungen oder Lästereien über Arbeitgeber lieber verzichten sollte, müsste sich inzwischen herumgesprochen haben. Allerdings reicht es nicht aus, ein negatives Bild zu vermeiden. Vielmehr gilt es, online gezielt Imagepflege zu betreiben.

Denn eine gute Reputation im Internet entscheidet heute maĂźgeblich ĂĽber Berufschancen. 86 Prozent aller Personalberater fĂĽhren inzwischen entsprechende Online-Recherchen durch, 62 Prozent sind sicher, dass sich ein guter Online-Leumund positiv auf die Karrierechancen auswirkt. Das sind die Ergebnisse einer empirischen Studie ĂĽber die Bedeutung von Online-Reputation aus Sicht von Personalberatern. Sie wurde von Reputeer gemeinsam mit Prof. Dr. Thomas Peisl von der Hochschule MĂĽnchen durchgefĂĽhrt.

So halten mehr als ein Drittel der Personalberater das "Digitale Erscheinungsbild" von Kandidaten für relevant bzw. sogar sehr relevant. Ein Großteil der Befragten gab an, auch schon mal Kandidaten wegen ihres schlechten Rufs im Internet abgelehnt zu haben. Maßstab waren hier am häufigesten unpassende Kommentare oder Fotos, die auf einen bedenklichen Lebensstil schließen ließen oder schlicht und ergreifend, dass die Bewerber gelogen hatten und die Schummelei über anderslautende Angaben im Netz aufgeflogen war.

94 Prozent der Personalberater gehen davon aus, dass der Ruf im Internet an Bedeutung gewinnen wird, insbesondere, wenn es um die Besetzung von Führungspositionen bzw. Jobs mit großer Außenwirkung geht. Wer beispielsweise im Vertrieb arbeiten möchte, kann davon ausgehen, dass man sich auf jeden Fall auch online über ihn informieren wird.

Aktives Reputationsmanagement lautet hier die Lösung. Statt seine Bilder nur bestimmten Kreisen auf Facebook zu zeigen, sollte man gezielt die veröffentlichen, die einen in einem besonders guten Licht erscheinen lassen. Auch sollte man sich unbedingt dort "rumtreiben", wo auch die anderen Führungskräfte zu Hause sind. So hat das Karriere-Netzwerk Xing laut Studie in Deutschland einen sehr guten Ruf bei den Personalberatern. Wer sich für höhere Aufgaben empfehlen möchte, der sollte ein entsprechendes Profil pflegen. Wer das versäumt, hinterlässt keinen guten Eindruck. Auf anderen Plattformen darf man hingegen fehlen: wer sein Privatleben nicht auf Facebook ausbreitet, muss sich keine Sorgen machen, dass er von Personalberatern übersehen wird. (gs)