Funkanalyse per WLAN-Karte

Forscher an der University of Wisconsin detektieren Bluetooth, Zigbee und andere Protokolle mit einem Standard-802.11b/g-Modul.

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Forscher an der University of Wisconsin in Madison um den Computerwissenschaftler Shravan Rayanch haben ein Verfahren entwickelt, das dabei helfen soll, das populäre WLAN-Frequenzband um 2,4 GHz besser und effizienter zu nutzen. Das berichtet Technology Review in seiner Online-Ausgabe. WLAN-Module in Routern und Rechnern können andere in ihrem Bereich funkende Geräte derzeit nicht detektieren und deshalb nur rudimentär umgehen – sie beherrschen nur WLAN, aber nicht um das gleiche Spektrum konkurrierende Verfahren wie Bluetooth, Zigbee oder den in den USA populären Drahtlostelefonstandard FHSS.

Rayanch und seine Kollegen haben deshalb eine Software entwickelt, die Standard-WLAN-Module um solche Erkennungsroutinen erweitert. Sie hört auf den Namen "Airshark" und scannt ständig ihr Umfeld. Bei einer Suchauflösung von 1 MHz soll sich eine Genauigkeit von bis zu 90 Prozent erzielen lassen.

Wer nicht weiß, wo ein Störsender sitzt – es könnte sich ja beispielsweise um ein Gerät beim Nachbarn oder die bislang als unverdächtig geltende Mikrowelle in der Küche handeln – soll Airshark auch zur Lokalisierung der Quelle der WLAN-Probleme nutzen können. Dazu muss die Software allerdings in mehreren Routern oder Computern laufen, um zu triangulieren.

Die aktuelle Version von Airshark arbeitet auf einem regulären Mac-Laptop und kann in Form von Graphen darstellen, mit welchem aktuellen dBm-Pegel das WLAN gestört wird. Dabei werden sogar mehrere Quellen gleichzeitig detektiert. Damit die Software auch in einem Router implementiert werden kann, müsste sie für die auf den Geräten zumeist laufenden Linux-Umgebungen angepasst werden. Was fehlt, sind allerdings noch Routinen, mit denen das Funkmodul den entdeckten Störsignalen auch ausweichen könnte. "Airshark erkennt zunächst nur fremde Funksignale mit WLAN-Karten", erläutert Rayanch.

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(bsc)